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Obsidian

Rauchobsidian, Regenbogenobsidian, Perlit, Schneeflockenobsidian, Mahagoniobsidian, Bims, Glas

Chemische Formel: SiO2 mit unterschiedlichen Anteilen von H2O, Fe2 O3, Al, C, Ca, Fe, K, Mg, Na

Mohshärte: 5-6

Spezifisches Gewicht: 2 – 3

Kristallsystem: amorph, nicht kristallin, deshalb keinem Kristallsystem zuordnebar.

Strich: weißlich bis gelblich

Bruch: muschelig, sehr scharfkantig, glatt

Spaltbarkeit: keine

Farbe: Grünlich, grau, oder schwarz, seltener auch braunrot,

Glanz: Glasglanz, bisweilen seidenglänzend.

Sonstige Eigenschaften: undursichtig bis leicht durchscheinend, vor allem an den Kanten.

Andere Bezeichnungen: Gesteinsglas, Vulkanglas.

Seit ca. 200 000 Jahren kennt der Mensch nachgewiesenerweise den Obsidian und weite Wege nahm er auf sich um an den früher lebensnotwendigen Stein zu gelangen. Denn Splitter dieses meist schwarzen Glases lieferten die schärfsten Klingen. Wo man in findet pflastert er bisweilen die Straßen und brachte den Menschen dort frühen Wohlstand.

Ursprung und Bedeutung des Namens

Der Name Opal geht auf den römischen Reisenden Obsius zurück, der fälschlicherweise oft Obsidius oder Obsidianus genannt wird. In in der Antike brachte er angeblich den ersten Obsidian aus Ägypten nach Rom.
Der römische Schriftsteller und Naturforscher Plinius sprach von einem Stein den er lapis obsianus oder nur obsidianus nannte.

Entstehung

Bei Vulkanausbrüchen strömt Lava oft in Förm mächtiger Ströme aus dem Erdinneren an die Erdoberfläche. Diese Lava stammt aus unterschiedlichen Bereichen des Erdinneren. Saure Lava, die reich an Kieselsäure (Siliziumdioxid; SiO2), Aluminium, Natrium und Kalium ist, stammt aus Bereichen der ansonsten festen Erdkruste (bis 35km Tiefe). Innerhalb der Erdkruste wird bisweilen helles, saures, meist granitisches Gestein durch tektonische bedingte Druckveränderungen und damit einhergehender Temperaturerhöhungen aufgeschmolzen. Basische, also Magnesium, Kalzium und Eisen-reiche Schmelzen dagegen stammen vorwiegend aus den flüssigen Bereichen des oberen Erdmantels (ab 35 km Tiefe). Saure, kieselräurereiche Lava, aus der Obsidian hervorgeht ist deshalb grundätzlich etwas kühler als basische Lava deshalb ist sie weniger fließfähig als basische Lava, wobei die Fließfähigkeit (Viskosität) stark vom Wassergehalt der Lava abhängig ist.
Saure, weniger heisse und relativ wasserarme Lava erstarrt sehr schnell an der Erdoberfläche. Es entstehen dabei natürliche vulkanische Gläser, wie Obsidian und Bims. Im Gegensatz zu Obsidian enthält die Lava aus der Bims hervorgeht relativ viel Wasser das als Wasserdampf beim Austritt an die Erdoberfläche zusammen mit anderen Gasen entweicht. Bims, oder auch Bimsstein genannt, ist durch die Entgasung der Lava und der dabei sich bildenden Bläschen bei der Ausdehnung des Gases und Wasserdampfes sehr porös. Im Verhältnis zu seinem Volumen ist er deshalb sehr leicht. Er schwimmt deshalb auf dem Wasser. Petrologisch wird Obsidian und Bims den rhyolitischen Gläsern zugeordnet, benannt nach dem feinkristallinen Gestein Rhyolit, einem Ergußgestein, das vorwiegend aus Quarz , Feldspäten und wenig Glimmer besteht. Obsidian ist meist mit Rhyolith, auch Liparit genannt, vergesellschaftet und Bestandteil desselben. Beide besitzen die gleiche chemische Zusammensetzung, welche auch im wesentlichen der des magmatischen Äquivalents Granits entspricht.
Obsidian findet man auch in verwandten Vukaniten wie Trachit und seltener in Phonolith. Aber auch in basaltischen, also basischen Gesteinen findet man vereinzelt Gläser. Bei Vulkanausbrüchen kommen durchaus auch reine Obsidianströme vor, wie der berühmte Obsidianstrom von Pietre Cotte des Vulcano Fossa auf Sizilien oder auf der vulkanischen Kykladeninsel Milos.

Die amorphe Struktur des Obsidian

Als amorphe Masse besitzt vulkanisches Gesteinsglas wie jedes Glas keine kristalline Struktur, insofern handelt es sich, wie auch bei Opal, eigentlich nicht um ein Mineral. Trotzdem wird Obsidian in den meisten Mineralbüchern der Vollständigkeit halber und sicherlich auch wegen seiner Beliebtheit als Schmuckstein geführt. Unter Obsidian versteht man genaugenommen eine erstarrte silikatische Schmelze mit etwa 80 – 100% Glasgehalt. Im reinen Glas sind die Bausteine des Silikats ( SiO 4 – Pyramiden mit dreieckiger Grundfläche, einem Silizium-Atom in dessen Mitte und Sauerstoffatomen an jeder Ecke) völlig regellos miteinander verbunden. Bis zu 20% des Anteils von Obsidian kann also durchaus kristalline Struktur besitzen. Da amorphe Substanzen den energetisch günstigeren, kristallinen Zustand kommt anstreben kommtes bei älterem Gesteinsglas zur Entglasung. Bei diesem Vorgang kristallisieren im Innern des Glases fein verästelte Kristalle (Mikrolithe) oder radialstrahlige Kristalle, sogenannte Sphärolithe aus. Sphärolithe bestehen meist aus der Quarzvarietät Cristobalit. Über einen Zeitraum von mehreren Millionen Jahren führt der Vorgang der Entglasung eines Obsidians zu Pechstein, einem erdgeschichtlich älteren Gesteinsglas bei dem ein Großteil der Sustanz bereits feinkristalline Form angenommen hat.

Varietäten des Obsidian

Verschiedene Farbigkeiten der Obsidiane werden durch wechselnde Anteile von Hämatit (Fe2 O3) , Aluminium, Kohlenstoff, Kalzium, Eisen, Kalium, Magnesium und Natrium verursacht.
Regenbogen-Obsidian, auch „Elfen-Waffe“ oder „Feen-Spur“ genannt ist schwarz und irisiert in allen Regenbogenfarben.

Manche Obsidiane enthalten kleine Bläschen durch entweichende Gase oder Wasserdampf aus der Schmelze. Dort stattfindende Lichtreflexionen verleihen dem Obsidian silbrigen, bisweilen goldartigen Schimmer. Entsprechend nennt man derlei Steine Silber- bzw Goldobsidian. Sehr dicht beieinanderliegende winzige Bläschen verursachen Seidenglanz, demnach gibt es auch einen Seidenglanz-Obsidian.

Die häufigste dunkle, graubräunlich bis schwarzeVarietät des Obsidian wird auch Rauchobsidian genannt.
Durch Auskristallisieren von Quarz-Sphärolithen im Zuge der Entglasung entstehen im schwarzen Opal, reizvolle schneeflockenähnliche Zeichnungen. Dieser danach benannte Schneeflockenobsidian ist bei Liebhabern und Sammlern sehr begehrt. Eine Variante mit mikrolithischer, verzweigter Kristallzeichnung wird im Handel auch als Blumenobsidian angeboten.

Mahagoni-Obsidian ist eine schwarze Varietät mit braunen bis rostroten Flecken, die von Eisenoxid herrühren.

Perlit ist aus kleinen Glaskügelchen bis Erbsengröße zusammengesetzt, die einen schaligen, konzentrischen Aufbau zeigen. Er ist stark wasserhaltig und bläht sich bei erhitzen durch den Austritt des Wassers auf ein Viefaches seines Volumens auf. Er ist von großer industrieller Bedeutung.

Eine etwas ungewöhnliche Obidianvarietät stellt Pelé`s Haar dar, eine feinfaserige Ausbildung die beim Ausbruch des Mount Pelé auf Hawai durch Lavaspritzer entstanden ist.

Immer wieder erscheinen neue farbliche Varianten oder auch herkömmliche Steine unter neuen Fantasienamen im Handel. Apachentränen beispielsweise sind Obsidiane aus den Indianerreservaten Nordamerikas.

Zur Erdgeschichte

Vor etwa 4000 Millionen Jahren entstand die Erdkruste durch Abkühlung der heissen, flüssigen Erdoberfläche. Es bildeten sich die ersten Kontinentalplatten, die sogenannten präkambrischen Schilde aus leichten Mineralstoffen wie Siliziumdioxid u.a.. Schwerere Bestandteile sanken in tiefere Erdschichten, wo sie den heutigen Erdmantel bilden. In Regionen wo diese alten Schichten zutagetreten findet man ein Gestein mit einer Zusammensetzung, wie man sie sonst nur von Meteoriten kennt. Sie gleicht der Urschmelze kurz nach der Trennung in leichtere und schwerere Bestandteile und belegt damit diese Theorie. Im wesentlichen handelt es sich dabei um vulkanisches Glas, das teilweise zu Serpentin umgewandelte Olivinkristalle, Spinell, seltener Plagioklas und als Produkt der Entglasung Augit umschließt. Diese Komatiite kommen in Australien, Kanada und am namengebenden Komati River in Südafrika vor.

Besonderheiten und Wissenswertes

Während der Steinzeit war Obsidian wegen des scharfkantigen Bruchs und des hohen Härtegrades neben Feuerstein ein geschätzter Rohstoff für Klingen, Pfeilspitzen und allerlei Gerät. In Mexiko wurde er bis ins 16. Jahrhundert hinein verwendet. Während des alten Mittelmeerneolithikum (6000 – 4000 v. Chr.) und später waren die mediterranen Vukaninseln Milos, Lipari und Sardinien Mittelpunkt eines weitreichenden Handels mit Obsidian. Fast alle im östlichen Mittelmeer gefundenen Pfeil- und Speerspitzen sowie Schneidewerkzeuge entstammen angeblich einem einzigen Lavastrom auf Milos. In minoisch-mykenischer Zeit gelangen die Inselbewohner durch den Obsidianhandel zu Wohlstand.
Auch in Sardinien wurde Obsidian bereits vor 4000 Jahren am Monte Arci abgebaut. Es blühte der Handel mit Korsika, Süditalien und Südfrankreich, wo Artefakte aus sardischem Obsidian gefunden wurden. Lipari handelt heute noch mit Bimsstein, der zu Bauzwecken verwendet wird.

Esoterik

Dem Obsidian wird eine Vielzahl heilender Wirkungen zugeschrieben:
Am Körper soll er vor Infektionen schützen, Entzündungen heilen und bei Magengeschwüren helfen. Er soll vor Herpes, und Pilzbefall bewahren und das Abwehrsystem stärken. Man sagt ihm zudem eine kräftigende Wirkung auf die Wirbelsäule und den Knochenbau nach. Angeblich verhindert er dieVerkalkung der Arterien, steigert die Sehkraft und schärft den Blick.
Auf die Psyche wird dem Obsidian eine entspannende und stärkende Wirkung nachgesagt. Er soll Ängste und Depressionen nehmen und bei mangelndem Realitätsbewusstsein und starker Zerstreutheit die Gedanken ordnen. Hemmungen soll er abbauen und Mut und Tatendrang fördern.
Obsidian wird den Sternzeichen Stier, Steinbock und Skorpion zugeordnet.

Vorkommen

Weltweit in Gebieten mit ausgeprägtemVulkanismus
große Mengen gibt es beispielsweise in Utah und Idaho in den USA, in Island, in den GUS, auf den Liparischen Inseln, in Italien, in Anatolien in der Türkei, in den Karpaten, in Ungarn und der Slowakei. Außerdem in Mexiko, in Neu-Mexiko, auf Java, in Japan, in Äthiopien, in Guatemala und in Equador.
Im Yellowstone Nationalpark (Montana, USA) ist das Obsidian Cliff, eine schwarze 50m hohe Bildung aus Obsidian zu bewundern.
Abbauwürdige Perlitvorkommen findet man in der Türkei, in Ungarn und in den GUS
Bimstein ist weit verbreitet. Ein wichtiger Lieferant sind die Liparischen Inseln.

Verwendung

Als Edel-und Schmuckstein und für Skupturen und Gefäße ist Obsidian sehr beliebt.
In der Industrie spielt er eine gewisse Rolle als Rohstoff zur Herstellung von Gesteinswolle als Dämm- und Isolationsmaterial.
Perlit kommt indusriell in vielen Bereichen zur Anwendung – z. B. in der Baustoff-
industrie, im Gartenbau, in der Feuerfestindustrie, als Filterhilfsmittel,
oder als Füllstoff u.v.m..
Bimsstein wird als Schall-und wärmeisolierender Leichtbaustein verwendet.

In prähistorischen Zeiten wurden aus Obsidian Klingen, Pfeilspitzen und ähnliches gefertigt.

Opal

Chemische Formel: SiO2 . nH2O
Mohshärte: Die Härte variiert von ca. 4,5 bis ca. 6,5. Meist wird eine durchschnittliche Härte von 5,5 angegeben.
Spezifisches Gewicht: 2,5-2,6
Kristallsystem: Opal ist amorph, d.h. nicht kristallin. Er ist daher keinem Kristallsystem zuzuordnen.
Strich: weiß
Bruch: muschelig bis uneben, stark splittrig, spröde
Spaltbarkeit: keine
Sonstige Eigenschaften: Oft in den Regenbogenfarben schimmernd (opaleszierend), gelbe oder grüne Fluoreszenz, hitzeempfindlich.
Farbe : Farblos, weiß, gelb, orange, rot, purpurrot, blau, grün, grau, braun und schwarz.
Glanz : Glasiger bis wachsartiger Glanz, oft Perlmuttglanz
Andere Bezeichnungen: Varietäten: Hydrophan (Milchopal), Hyalit (Glasopal), Edelopal, Feueropal, Holzopal, Moosopal, Feuerstein (Flint, Hornstein), Geysirit (Kieselsinter) u.a.

Sehr vielseitig erscheint die amorphe Kieselsäure in der Natur. Die Spanne reicht von einem der wertvollsten Edelsteine bis zum unscheinbaren Klebstoff der manchen Sandstein zusammenhält. Unsere steinzeitlichen Vorfahren bereits schätzten seine Eigenschaften als Material für erste primitive Werkzeuge, womit eine neue Ära in der Kulurgeschichte der Menschheit begann. All diese Erscheinungsformen der amorphen Kieselsäure stehen unter einem Begriff: Opal

1. Ursprung und Bedeutung des Namens

Der Name Opal geht auf das Wort „upala“ aus dem Sanskrit zurück und bedeutet schlicht soviel wie „wertvoller Stein“ oder Edelstein. Einem indischen Märchen zufolge stritten sich die Götter Shiva, Vishnu und Brahma, in Eifersucht um eine schöne Frau. Im Zorn darüber verwandelte der „Ewige“ die schöne Frau in eine Nebelwolke. Die drei Götter trauerten sehr um die Schönheit und jeder von ihnen gab der grauen Nebelgestalt seine Farbe. Shiva gab ihr sein feueriges Rot, Vishnu ein kräftiges gelb und Brahma gab ihr sein Blau. Als der Wind die Nebelgestalt mit sich nehmen wollte, erbarmte sich „der Ewige“ und verwandelte sie in einen wunderschön schillernden Stein, den Opal.

2. Entstehung

Die Varietäten des Opal haben in ihrer Entstehungsweise eines gemeinsam: Sie gehen aus in Wasser gelöster Kieselsäure (SiO2) hervor, das unter verschiedenen Umständen zunächst gelöst und später wieder ausgeschieden wird. Dies betrifft auch die Bildung von Gehäusen bestimmter Mikroorganismen, wie Kieselalgen (Diatomeen) oder Strahlentierchen (Radiolarien). Die Tiere entnehmen dazu das gelöste SiO2 aus dem Meerwasser und scheiden opal als Stoffwechselprodukt aus. Derartiger, als Schmuckstein freilich nicht verwendbarer Opal wird auch Skelettopal genannt.
Ein nicht unerheblicher Anteil der Opale entstammen meist jüngeren vulkanischen Ergußgesteinen. Tritt Magma als Lava an die Erdoberfläche, entweichen mit hohem Druck Gase und Wasserdampf aus dem noch flüssigen Gestein. In der Lava entstehen dadurch blasenförmige Hohlräume unterschiedlicher Größe. An gelöstem Siliziumdioxid und anderen Stoffen angereichertes Wasser, oft Thermalwasser dringt in diese Hohlräume ein und Opal wird an deren Wänden abgeschieden. Neben Opal kritallisieren hier auch Quarze, wie Rauchquarz, Amethyst und Chalcedone, aber auch Kalzit u.a. aus. Durch die Anlagerung der Minerale entstehende Innenschichten entsteht eine feste Wand im Inneren der Hohlräume. Bei der Verwitterung des Lavagesteins werden die Füllungen der Hohlräume als knollenförmige, oft hohle Mineralkörper sogenannte Mandeln freigesetzt. Ganz ähnlich geht die Bildung von Holzopal vor sich. Silikathaltiges Wasser dringt hier in von Sedimenten bedecktes Holz ein. Die Zellstrukturen des Holzes werden nach und nach detailgetreu durch Opal ersetzt und dessen typische Holzstruktur bleibt durch diesen Versteinerungsprozess über Jahrmillionen erhalten.

Opale entstehen auch infolge der sogenannten Differentiation von basaltischen Schmelzen, die in vulkanischen Gängen aus der Erdkruste oder gar tief aus dem Erdmantel aufsteigen. Bei der allmählichen Temperaturabnahme trennen sich mineralische Bestandteile des Magmas Schritt für Schritt voneinander ab. Es verbleibt eine silikatreiche Restschmelze die viel Wasser enthält und daher sehr beweglich ist. Sie dringt auch in kleineren Ritzen und Spalten bis in die oberen Bereiche der Erdkruste vor. Hier werden neben metallischen Erzen auch Quarz und Opal abgeschieden.
An heißen Quellen und Geysiren (Sprinquellen) wird aus silikathaltigem Wasser Geysirit (Kieselsinter) abgeschieden. Durch einen periodischen Ausscheidungsrhytmus entstehen hierbei dünne übereinanderliegende Lagen von Opal, die dem Mineral ein gebändertes Ausssehen verleihen. Verschiedene Farben kommen durch verschiedene chemische Beimengungen zustande. In S. Fiora in Italien kommt ein sehr dichter, unter Sammlern begehrter fein schimmernder sogenannter Perlsinter (Fiorit) vor.

Eine wegen seiner rein organischen Herkunft sehr außergewöhnliche Ausbildung des Opal ist der Perlenopal oder Tabasheer (Tabaschier). Man findet ihn man im Mark bestimmter Bambussorten.

In geringer Menge entsteht Opal auch in sedimentären silikatreichen Ablagerungen. Er fungiert dabei oft als Bindemittel, das die Sandkörnchen des Sandsteins zusammenhält.

3. Die amorphe Struktur

Opal ist amorph, d. h. erbildet keine Kristallstruktur aus. Insofern ist Opal genaugenommen gar kein Mineral, denn streng nach Definition muß ein Minerals eine Kristallstruktur besitzen. Da es sich um die einzige Abweichung von der Definition handelt, wird dies natürlich nicht so genau genommen und der Opal wird in vielen Büchern zusammen mit den Mineralen geführt. Opal besteht wie Quarz oder Glas aus Siliziumdioxid (Kieselsäure, SiO2). Der Baustein aller silikatischen Minerale ist ein SiO44–Tetraeder. Man kann sich diesen als gleichseitige Pyramide mit dreieckiger Grundfläche vorstellen, in deren Zentrum ein Siliziumatom und an deren Ecken Sauertoffatome sitzen. Im Gegensatz zu amorphen Gläsern wie Obsidian sind diese nicht regellos räumlich miteinander verbunden. Der Opal ist aus mikroskopisch kleinen Kugeln der Quarz-Varietäten Cristobalit und /oder Tridymit, sogenannten Sphärolithen aufgebaut. Deren weitlumige Kristallstruktur ist durch die Einlagerung von Kristallwasser oft sehr gestört. Etwa ein Viertel der „ Sauerstoff – Silizium – Sauerstoff – Bindungen“ sind durch den Einbau von Wasser in die Kristallstruktur nicht ausgebildet. Im allgemeinen schwankt der Wassergehalt in Opal zwischen 4 und 9%, in seltenen Fällen kann er allerdings bis zu 34% erreichen.

Opaleszenz

Das Irisieren des Opals, man spricht in diesem speziellen Fall auch von Opaleszenz, ist im chemischen Aufbau des Opals begründet. In den Stein eintretende Lichtwellen werden beim Auftreffen auf diese Kügelchen um sie herum verformt, in der Physik spricht man von der Beugung des Lichts. Die gebeugten Lichtwellen kommen sich dann in Quere und überlagern sich. Wo Wellenberge- oder Täler aufeinander treffen, verstärken sie sich sich, wo Wellenberge auf Wellentäler treffen löschen sie sich gegenseitig aus. Der opaleszierende Effekt in seiner Gesamt beruht zudem auf ein komplexes Zusammenspiel von Beugung, Lichtbrechung und Relexion an den Sphäroiden. Dabei wird weisses Licht auch nach der Art des Prismas in seine farbigen Bestandteile zerlegt . Doch nicht jeder Opal besitzt Opaleszenz. Die Lichteffekte sind vom Abstand und Stellung der Cristobalit-/Tridymit- Kugeln zueinander abhängig. Die Packung von kann bei gewöhnlichen, nicht oder nur selten als Schmuckstein verwendeten Opale zu dicht, zu locker oder sehr unregelmäßig sein. Die Opaleszenz bleibt dann aus.Auch durch Austrocknen an der Luft kann Opal seine schillernde Farbenpracht verlieren.
Alle amorphen „Minerale“ haben das Bestreben eine kristalline Struktur anzunehmen. Durch den Verlust des Kristallwassers verwandelt sich deshalb auch Opal in gewöhlichen Quarz. Im Edelsteinhandel werden Opale daher eine zeitlang gelagert um festzustellen, ob der Opal dazu neigt sein Kristallwasser zu verlieren, was natürlich auch mit dem Verlust des prächtigen Farbenspiels einhandgeht. Sie sind deshalb auch gegen Hitze und starke Sonneneinstrahlung empfindlich. Um die Opaleszenz zu erhalten werden die Steine deshalb oft in Wasser gelegt. Man sieht dies sehr oft auf Mineralienbörsen. Opale, die aus Grundwasserbereichen geschürft werden besitzen einen sehr hohen Wassergehalt. Beim Trocknen werden diese oft instabil, bekommen Risse und zerbrechen dann sehr leicht. Sehr viele derartige minderwertige, nicht schlifftaugliche Opale werden destotrotz sehr häufig im Handel angeboten.

Varietäten

Durch unterschiedlichen Wassergehalt und das große Spektrum an möglichen Beimengungen tritt Opal entsprechend mit einer ganzen Reihe an Varietäten auf. Die in der natur häufigste Form ist der gewöhnliche Opal, oder auch Halbopal genannt, der oft nur schmutzigfarbene Einschlüsse und kein besonderes Farbenspiel aufweist. Seine ganze Pracht erschöpft sich in einem trüben Weiss mit glasigem bis wachsigen Glanz. In Australien, dem größten Opalvorkommen der Welt besitzen nur 10 % der geschürften Opale Handelsqualität. Der Rest wird als glasartiger Abfall auf Halden deponiert. Unter den Nutzbaren befinden sich allerdings auch wertvolle schwarze Opale und Edelopale.

Der schwarze Opal ist der Begehrteste. Zeitweise wurde er zu ähnlich hohen Preisen wie Diamant gehandelt. Seine Schwarze Farbe geht auf Eisenoxid zurück. Auch Opaleszenz kann vorhanden sein. Der Edelopal und wird wegen seiner Farbenpracht weltweit, vor allem aber in Asien als Edelstein geschätzt und zu Schmucksteinen verarbeitet. Er ist der am stärksten opaleszierende Opal.

Wie erwähnt, verliert der Edelopal seinen farbigen Schiller durch erhitzen. Er geht dann in Hydrophan oder auch Milchopal genannt über, der wie der Name schon sagt milchig weiss und trüb ist. Legt man ihn in Wasser, so erhält er seine schillernde Farbenpracht zurück.

Auch der kräftigrote bis rotbraune Feueropal opalesziert bisweilen. Den ersten in Europa bekanntgewordene Feueropal brachte der berühmte Naturforscher Alexander von Humboldt aus Mexico nach Europa.

Der reinste , glasklare Opal ist der Hyalit. Er kommt meist als glasiger Überzug in Hohlräumen vulkanischer Gesteine vor. Der Moosopal zeigt verästelte, sogenannte dentritische Verzweigungen, die von Ausblühungen von Eisen- und Manganoxiden herrühren.

Der Übergang von amorph zu kryptokristallin ist fließend. Entsprechend treten Übergangsformen zu sehr feinkristallinen (kryptokristallinen) Mineralen, vornehmlich zu Chalcedonen auf. Die Jaspopale beispielsweise sind eine Übergangsform zwischen Opal und Jaspis, einem roten oder grünen Chalcedon.
Der Kascholong ist eine weiße Mischform von Opal und Chalcedon. Eine besondere Stellung nimmt in diesem Zusammenhang auch der graue bis Feuerstein (Flint) ein. Feinkristalline Formen gehören zu den Chalcedonen. Amorphe Formen ordnet man bei den Opalen ein.

Weitere Varietäten entstehen durch starke Beimengungen oder Einschlüsse anderer Minerale: Forcherit ist durch Beimengungen von Auripigment (Arsensulfid As2S3) gelb bis orangegelb gefärbt. Die grüne Farbe des Prasopal aus Schlesien geht auf Nickel zurück. Der Serpentinopal ist durch Einschlüsse von Serpentin, aus dessen Verwitterung er hervorgeht, grün gefärbt.

Zur Erdgeschichte

Opale in Edelstein Qualität treten vor allem in jüngeren Vulkangesteinen auf. Als gesteinbildenes Mineral spielen sie keine besondere Rolle. Anders ist dies bei Opal organogener Herkunft. Hierbei ist der Skelettopal der Kieselalgen (Diatomeen) und der Strahlentierchen (Radiolarien) von großer Bedeutung. Kieselalgen sind einzellige pflanzliche Organismen, die haupsächlich in den Ozeanen, aber auch im Süßwasser vorkommen. Sie treten erstmals in der Trias vor ca. 10 Millionen Jahren auf. Massenvorkommen sind an Wärmeperioden gebunden. Die Kieselgurlagerstätten beispielseise Niedersachsens stammen aus dem Quartär. Die Anhäufung abgestorbener Individuen in Süßwasser führt zur Bildung von Kieselerde, oder auch Kieselgur und Diatomeenerde genannt. Die Verfestigung dieser Ablagerungen führt zu Kieselschiefer oder auch Diatomit genannt.
Radiolarien sind ebenfalls einzellige Lebewesen mit sehr grazilen Formen. Sie sind seit dem Kambrium bekannt und spielen eine gewisse gesteinsbildende Rolle im Karbon und Silur. Aber auch im Jura entstehen durch das Absinken des südlichen östlichen Alpenbereichs Tiefseegräben, in denen mächtige Schichten von Radiolarienschlamm angehäuft werden. Das aus Radiolarienschlamm verfestigte Gestein heißt Radiolarit. Der Begriff schließt auch Material ein, bei dem die Radiolarien mikroskopisch nicht mehr nachweisbar sind. Häufig daran beteiligt sind auch andere Einzeller mit opalskelett, sogenannte Silicoflagellaten (Geiseltierchen). Kieselsäure stammt zum anderen auch aus Kieselschwämmen. Die Herkunft des SiO2 zur Bildung amorpher Feuersteinknollen in jurassischen Kalken vor allem in fossilen Riffgebieten wird u.a.auf Kieselschwämme zurückgeführt. Aus den opalskeletten von Kieselschwämmen eindeutig hervorgegangene Gesteine nennt man nach den kieseligen Stützelementen (Spiculae) Spiculit oder Spongiolith (von Spongia = Schwämme).

Im Petrified Forest Nationalpark in Arizona/USA versteinerte ein ganzer Wald, der in der Trias von vulkanischer Asche bedeckt wurde zu Holzopal und Achat. Die Nadelbäum, vorwiegend der Gattung Araucarites blieben so der Nachwelt erhalten und stellen heute ein eindrucksvolles Naturdenkmal dar.

Besonderheiten und Wissenswertes

Die größten Opalvorkommen der Welt befinden sich in Neusüdwales in Australien. Vor allem die begehrten schwarzen Opale stammen aus White Cliffs, nahe der „Opalhauptstadt“ Coober Pedy. Die Ureinwohnern Australiens, die Aborigines, nannten die Stadt ursprünglich Kurpi Pititi, was so viel wie „Erdloch des weissen Mannes“ bedeutet. Daraus wurde der heutige Name Coober Pedy. 1914 wurden dort die ersten Opalfunde gemacht. Die Opalschürfer hausten damals in den ausgehobenen Stollen. Die Wohnungen der etwa 3500 Bewohner sind auch heute noch unter der Erde angelegt, allerdings sind sie komfortabler eingerichtet als damals. Selbst das beste Hotel des Ortes bietet zum Teil unterirdisch gelegene Zimmer an. Coober Pedy liefert etwa 70% des Opalbedarfs der Welt. Von dort stammen die größten Opale. Der Jupiter 5 wog ungeschliffen 5,27 Kilogramm. Ein anderer ist 50cm lang und 15cm breit und befindet sich heute im Naturwissenschaftlichen Museum in New York. Der größte geschliffene australische Opal wiegt 155 Karat, dies entspricht etwa 31 Gramm. Er ist im Besitz der Smithonian Institution in Washington.

Esoterik
Im alten Rom zählten Opale neben Smaragden zu den begehrtesten Symbolen der Macht und des Glücks. Nach der griechischen Mythologie enthält der Opal die Freudentränen des Zeus. Scheinbar durch einen im 19. Jahrhundert in England erschienenen Roman fiel der Opal als Unglücksstein in Ungnade. Auch seine leichte Zerbrechlichkeit und seine Neigung zu verbleichen unterstützten diese Vorstellung. Seiner Beliebtheit hat dies scheinbar allerdings keinen Abbruch getan und es werden ihm dennoch selbstbewustseinsstärkende Kräfte zugeschrieben. Entsprechend soll Opal bei Antriebslosigkeit, Depressionen, Gereiztheit , seelischer Erschöpfung und Stress helfen. Auch physische Heilwirkungen werden den verschiedenen Varietäten zugeschrieben. Schwarzer opal soll bei Epilepsie und Kreislaufproblemen helfen, Feueropal soll die Heilung aller Stoffwechselkrankheiten unterstützen. Allgemein werden den Opalen Heilwirkungen bei einer Vielzahl von Krankheiten zugeschrieben, darunter Arterienverkalkung, Blutarmut, Entzündungen und Hautausschläge, Rheuma, Herzbeschwerden und Lebererkrankungen. Auch soll er die Lust steigern und potenzfördernd wirken..

Verwendung
Farbenprächtige Opale werden zu Edel- und Schmucksteinen verarbeitet.
Aus versteinertem Holz werden prachtvolle Baumscheiben geschnitten und u.a. als Tischplatten verwendet.
Kieselerde findet als Heilerde vielfache Anwendung. In der Industrie als Filtermaterial und als feines Schleifmittel.
Kieselschiefer verwendet man als Isolationsmaterial, als Schleifmittel und zur Dynamitherstellung.
Kieselsinter findet Verwendung als Rohstoff für Keramiken wie Email.
Gemeine, minderwertige Opale haben im allgemeinen keine wirtschaftliche Bedeutung.

Vorkommen
Als Radiolarit und in kleinen Mengen kommt Opal weltweit vor.
Der wichtigste Fundort von Opalen in Edelstein-Qualität ist Australien. Klassische Fundorte sind Siebenbürgen in Rumänien und in der Tschechischen Republik. Schöne Opale kommen außerdem aus USA (Nevada, Oregon, Idaho), Mexico, Türkei (Feueropal), Indien und Ungarn.
Kieselsinter kommt am häufigsten an den Geysiren und heißen Quellen Islands und in Fiora/ Italien als Fiorit vor.

Oxidationsverwitterung

Die Oxidationsverwitterung ist eine Form der chemischen Verwitterung.
Als chemische Verwitterung bezeichnet man alle Vorgänge, bei denen Gesteine gelöst, oder in eine andere Form überführt werden. Hierbei spielt Wasser als Lösungsmittel und Träger der Säuren stets eine bedeutende Rolle. Alle chemischen Reaktionen sind außerdem temperaturabhängig. Bei Erhöhung der Temperatur ist die Reaktionsgeschwindigkeit erhöht.
In den oberen Bodenbereichen ist die Oxidations- oder Sauerstoffverwitterung von Bedeutung. Also die Reaktion mit Sauerstoff aus der Luft. Hiervon sind vor allem Eisen-, Mangan- und Schwefelverbindungen betroffen. Es entstehen dabei meist rostrote und braune Oxide, und untergeordnet auch Schwefelsäure.