Archives

Nilssonia

Nilssonia polymorpha

Von griech. poly =viele morphe=Gestalt: vielgestaltig
Abteilung Spermatophyta (Samenpflanzen)
Unterabteilung Gymnospermae (nacktsamige Pflanzen)
Klasse Cycadopsida ( Cycadophyten, Palmfarne, Baumfarne)
Ordnung Nilssoniales

Weitere Arten:
Nilssonia elegans
Nilssonia schaumburgensis
Nilssonia brevis
Nilssonia pterophylloides
Nilssonia pumila
Nilssonia compta
u.v.a.

Vorkommen: obere Trias (Keuper) – Kreide, weltweit

Pflanze: kräftiger, oft unverzweigter und gedrungener Stamm mit einem Schopf von palm- oder farnartiger Gestalt.
Blätter: langgestreckt, farnartig; einfach, dicht gefiedert (Basis der Fiedern berühren sich)
Blattadern verlaufen dicht parallel. Fiedern meist mehr oder weniger kurz rechteckig mit Harzkanälen am Blattrand.
Samen mit knotig verdickten Harzkörpern.

Ähnliche Gattung :
Ptilozamites mit einfach gegabelten Blättern und dickzelligen Spaltöffnungen. Manche Autoren stellen die Ptilozamites zu den Nilssonien.

Nilssonia gehört zur Gruppe der Palm- oder Baumfarne. Trotz dieser oberflächlich betrachtet doch sehr aussagekräftigen Bezeichnung haben diese Pflanzen streng botanisch gesehen jedoch weder mit einer Palme, noch mit einem Farn direkt etwas zu tun. Wobei zu Letzterem eine wenn auch eine sehr entfernte Verwandtschaftsbeziehung nicht zu leugnen ist. Um diese näher zu erläutern ist ein größerer Sprung in die Vergangenheit kaum zu vermeiden.
Das Karbon (360 – 290 Millionen Jahre) war die Blütezeit der Sporenpflanzen, deren erste Vertreter im Silur, vor etwa 420 Millionen Jahren dem Meer entstiegen und das Land eroberten. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Farne, Schachtelhalme und Bärlappgewächse, die bis zu Baumgröße die karbonischen Sümpfe und Wälder besiedelten. Deren, im sauerstoffarmen Schlamm konservierten Überresten verdanken wir unsere heutigen Kohlelagerstätten. Wie der Name schon sagt, findet die Verbreitung der Sporenpflanzen (Pteridophyta) über Sporen statt. Eine Spore entspricht morphologisch nur einer einzigen Zelle, die lediglich durch eine mehr oder weniger dünne „Sporenschale“, der sogenannten Exine umgeben ist und somit nur eingeschränkt gegen Vertrocknen geschützt ist. Ein großer Fortschritt in dieser Hinsicht ist die „Erfindung“ des Samens. In ihm ist der Embryo einer kompletten Pflanze bereits enthalten und besitzt oft Nährstoffe zur Überbrückung der ersten Lebenstage der Pflanze, solange die zarte frisch gekeimte Wurzel noch nicht zur Aufnahme von Nährstoffen fähig ist. Der Same ist von einer Samenschale umgeben, die einen effektiveren Verdunstungsschutz darstellt als die Exine der Spore. Die ersten Samenpflanzen erschienen wahrscheinlich bereits am Ende des Silur vor 420 – 410 Millionen Jahren. Im Oberdevon (vor 360 – 325 Millionen Jahren) war jedenfalls bereits eine reiche Flora sogenannter Samenfarne (Pteridospermen) weit verbreitet. Diese äußerlich den Farnen sehr stark ähnelnden Pflanzen besitzen bereits Samen und nicht, wie die Farne, Sporen. Das weltweit trocken-heisse Klima des auf das Karbon folgenden Perm (290 – 250 Millionen Jahre) schränkte während weltweit anhaltender Trockenperioden mit großräumiger Wüstenbildung die große Artenvielfalt der Sporenpflanzen zunächst drastisch ein, auch deshalb weil zu ihrer Befruchtung Wasser nötig ist. Begünstigt davon wurde allerdings die Verbreitung der an Trockenheit besser angepassten Samenpflanzen. Die Entwicklung der Überlebenden führte zu den Palmfarnen, samentragende Pflanzen mit Blättern, die denen der Farnpflanzen sehr ähnlich sind, allerdings auch einen Stamm wie die Palmen besitzen. Zu dieser Gruppe von Pflanzen gehört Nilssonia. Mit diesen Veränderungen, die einen großen Bruch in der Entwicklung der Pflanzenwelt mit sich bringen, leitet sich mit dem Beginn der Trias das Mesophytikum ein. Von nun an sollen die Samenpflanzen die Herrschaft über das Festland erlangen. Die äußerst artenreichen Nilssonien treten an der Trias-Jura-Grenze, weltweit, vor allem in der Lettenkohle des Rät sehr häufig und und erreichen ihre größte Formenvielfalt im Jura (210 – 140 Millionen Jahre). Erst in der Kreidezeit sterben sie allmählich aus.

Palmfarne haben Zapfen wie die Nadelbäume

Nilssonia gehört zur Gruppe der nacktsamigen Pflanzen (Gymnospermae), deren Samenanlagen ungeschützt offen auf den Fruchtblättern liegen und nicht, wie die der bedecktsamigen Pflanzen in einen Fruchtknoten aus Fruchtblättern eingehüllt sind. Obwohl dies nicht gerade sehr naheliegend erscheint, sind ihre nächsten Verwandten die ebenfalls nacktsamigen Nadelbäume. In einem Punkt jedoch zeigt sich ihr nahes verwandtschaftliches Verhältnis sehr deutlich: Wie die Nadelbäume besaßen die Nilssonien Zapfen auf denen jeweils zwei Samen auf spiralig angeordneten Fruchtblättern liegen. Auch Nadelbäume sind gewisserweise einige von wenigen Relikten aus der großen Zeit der nacktsamigen Pflanzen, die ihre Vorherrschaft im Laufe der Kreide an die bedecktsamigen Pflanzen (Gymnospermae) abgeben mußten. Freilich sind Zapfen nicht das Einzige was Nilssonien mit Nadelbäumen gemeinsam haben. Die Gymnospermen verbindet zudem natürlich eine ganze Reihe morphologischer Eigenschaften.

Nahe Verwandte: Die lebenden Fossilien des Regenwaldes

In den tropischen Regenwäldern Afrikas und Asiens haben einige Palmfarne als Relikte aus dem Zeitalter der „Dinosaurier und Palmfarne“ überlebt. Sie gehören zur Ordnung der Cycadales und sind mit den Nilssonien sehr nahe verwandt. Es existieren heute nur noch 10 Gattungen mit ca. 100 Arten. Die wohl prominentesten unter ihnen ist die Cycas revoluta, die Falsche Sagopalme und die Gattung Zamia, die Zapfenpalme. Aus dem Mark der Stämme und aus den Samen einiger Cycas-Arten wird das stark stärkehaltige falsche Sago als Nahrungsmittel gewonnen. (Das echte Sago stammt aus dem Mark der Sago-Palme, einer echten Palme). Die bekannte Zamia fairchildiana oder auch Zapfenpalme lebt im Unterwuchs der Tieflandregenwälder Costa Ricas und Panamas. Auch aus ihr wird ein stärkehaltiges Nahrungsmittel gewonnen, allerdings aus den Wurzeln.

Nacktsamer sind rare Zeitgenossen

Neben den Nadelbäumen und Cycadeen sind nur noch wenige Nacktsamer bekannt: Als erstes zu nennen ist hierbei wohl der Ginkgo oder Fächerblattbaum. Er ist wahrscheinlich wegen seinem hohen Bekanntheitsgrad als Zierpflanze das wohl prominentseste pflanzliche lebende Fossil. Er lebte bereits zusammen mit den Nilssonien in den Wäldern des Jura.
Die Gnetophyta sind heute mit nur 3 Gattungen und ungefähr 70 Arten vertreten: Gnetum, Ephedra und Welwitschia.
Gnetum umfaßt eine Reihe tropischer Bäume und Lianen.
Ephedera oder Meerträubel kennen wir als Lieferant der stark anregenden, dem Neurotransmitter Adrenalin strukturell sehr ähnlichen Droge Ephedrin.
Die in der südafrikanischen Nahib-Wüste vorkommende Welwitschia mirabilis bildet zeit ihres Lebens nur zwei Blätter, die allerdings bis zu 100 Jahre alt werden können.

Lebende Fossilien als Zimmerpflanzen

Cycas und Zamia-Arten sind mittlerweile als Zimmerpflanzen sehr etabliert und in nahezu jedem Fachhandel zu haben. Im Mittelmeerraum werden Cycas-Blätter als Palmwedel bei Palmsonntagsprozessionen verwendet.
Cycas und Zamia brauchen relativ wenig Pflege. Sie sind sehr tolerant gegenüber langem Regen und vertragen auch Trockenheit sehr gut also fast ideal für unser Klima. Stehendes Wasser im Topf sollte auf keinen Fall auftreten. Ab Frühsommer sollten Sie einmal pro
Monat düngen, da der Zuwachs im Sommer meist nur einmal schubweise stattfindet. Palmfarne lieben es, bei sommerlicher Trockenheit alle 2 bis 3 Tage leicht gegossen zu werden. Während des Wachstumsschube, meist im Juni/Juli, sollten Sie regelmäßig gießen und 1mal die Woche leicht düngen. Es lohnt sich, Cycas während der gesamten Vegetationsperiode wöchentlich zu düngen, um so mehrere Wachstumsschübe zu erzeugen.
Vorsicht: Die Samen der Cycadeen enthalten die das Glycosid Cycasin und die Aminosäure Beta-methylamino-L-alanin und sind daher sehr giftig. Wenige Samen können bereits einen Menschen töten.

Fossile Überlieferung
Die äußerst artenreichen Nilssonien sind weltweit in den Sedimenten der Obertrias und vor allem des Jura verbreitet, wo sie ihre größte Artenvielfalt entwickelten. Sie treten dort meist in tonig-kalkigen Sedimenten auf. Vor allem in den Ablagerungen des Rhät (oberer Keuper), an der Grenze von Jura und Trias sind sie weltweit vertreten. Die Fossilien finden sich hier häufig in der sogenannten Lettenkohle, meist nur einige Zentimeter mächtige Kohlenschichten in einem tonigen Lokergestein, dem Letten. Die Kohlen entstanden durch Ablagerung von Pflanzenresten in Sumpfgebieten. Nilssonien sind hier zusammen mit feuchtigkeitsliebenden Pflanzen wie Schachtelhalmen, Farnen und anderen Cycadeen vergesellschaftet. Auch vereinzelte, sonst eher trockenere Standorte bevorzugende Nadelbäume kommen vor.

Vorkommen
Nilssonien kommen weltweit vor.
Wichtige Fundorte in Deutschland sind in der Gegend um Bayreuth, wo Rhät-Schichten bei Bauvorhaben und ähnlichem immer wieder aufgeschlossen werden. Fossilreiche Lettenkohlen kommen vor allem bei Apolda in Thüringen vor.Größere Vorkommen von den letzten Vertretern der Nillsonien in der Oberkreide sind im Bereich der Nordhalbkugel unter anderem in Alaska, Grönland, Böhmen, auf der sibirischen Halbinsel Sachalin und in Japan häufiger zu finden.

Numeait

( Ni3(OH)4(Si2O5) )  auch Garnierit oder Nepouit genannt, ist ein blaßgrüner bis tiefgrüner Nickelserpentin mit rhombischem Kristallsystem. Er bildet blättrige und  pseudohexagonale, durchscheinende Kristalle mit weisslichgrünem Strich und guter Spaltbarkeit. Aggregate sind feinblättrig oder feinfilzig mikrokristallin mit Glasglanz und Wachsglanz. Derbe Aggregate besitzen einen muscheligen Bruch und Fettglanz. Der Name Nepouit geht auf seinen Fundort (Nepoui Mine) in Neukaledonien zurückgeht. Neben aus niedriggradiger bis mittelgradiger Metamorphose von ultrabasischen Gesteinen hevorgegangenen Metamorhiten kommt er auch in nickelführenden Lateriten vor.

Nummuliten

Besonders im Devon (aber auch früher bis rezent) sind Foraminiferen, auch Kammerlinge genannt, in den Meeren sehr häufig. Die meisten Foraminiferen sind sehr kleine Einzeller mit kalkigen oder teils agglutinierten Gehäusen. Manche Foraminiferen, z.B. die Nummulithen sind die größten bekannten Einzeller, die jemals gelebt haben. Sie erreichen Durchmesser bis zu 15 cm.Sie sind gesteinsbildende Organismen. Abermillionen dieser Einzeller können einige Meter mächtige Gesteinsschichten bilden.