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Palmfarne

Palmfarne haben Zapfen wie die Nadelbäume

Nilssonia gehört zur Gruppe der nacktsamigen Pflanzen (Gymnospermae), deren Samenanlagen ungeschützt offen auf den Fruchtblättern liegen und nicht, wie die der bedecktsamigen Pflanzen in einen Fruchtknoten aus Fruchtblättern eingehüllt sind. Obwohl dies nicht gerade sehr naheliegend erscheint, sind ihre nächsten Verwandten die ebenfalls nacktsamigen Nadelbäume. In einem Punkt jedoch zeigt sich ihr nahes verwandtschaftliches Verhältnis sehr deutlich: Wie die Nadelbäume besaßen die Nilssonien Zapfen auf denen jeweils zwei Samen auf spiralig angeordneten Fruchtblättern liegen. Auch Nadelbäume sind gewisserweise einige von wenigen Relikten aus der großen Zeit der nacktsamigen Pflanzen, die ihre Vorherrschaft im Laufe der Kreide an die bedecktsamigen Pflanzen (Gymnospermae) abgeben mußten. Freilich sind Zapfen nicht das Einzige was Nilssonien mit Nadelbäumen gemeinsam haben. Die Gymnospermen verbindet zudem natürlich eine ganze Reihe morphologischer Eigenschaften.

Nahe Verwandte: Die lebenden Fossilien des Regenwaldes

In den tropischen Regenwäldern Afrikas und Asiens haben einige Palmfarne als Relikte aus dem Zeitalter der „Dinosaurier und Palmfarne“ überlebt. Sie gehören zur Ordnung der Cycadales und sind mit den Nilssonien sehr nahe verwandt. Es existieren heute nur noch 10 Gattungen mit ca. 100 Arten. Die wohl prominentesten unter ihnen ist die Cycas revoluta, die Falsche Sagopalme und die Gattung Zamia, die Zapfenpalme. Aus dem Mark der Stämme und aus den Samen einiger Cycas-Arten wird das stark stärkehaltige falsche Sago als Nahrungsmittel gewonnen. (Das echte Sago stammt aus dem Mark der Sago-Palme, einer echten Palme). Die bekannte Zamia fairchildiana oder auch Zapfenpalme lebt im Unterwuchs der Tieflandregenwälder Costa Ricas und Panamas. Auch aus ihr wird ein stärkehaltiges Nahrungsmittel gewonnen, allerdings aus den Wurzeln.

Pegmatit

Ursprung und Bedeutung des Namens

Der Name des Gesteins Pegmatit leitet sich von dem griechischen Wort „pegma“ ab, was soviel bedeutet wie „Festgewordenes“. Der Name beschreibt auch einen zusammenhängenden Gesteinskörper (z.B. Pegmatitgang, Pegmatitstock), der aus diesem Gestein besteht.

Zusammensetzung und Aussehen

Unter Pegmatit versteht man im allgemeinen sehr grobkristalline Ganggesteine, die aus sehr großen, meist etwa 2 bis 2,5cm großen Kristallen bestehen und im wesentlichen der Zusammensetztung von Granit entsprechen. Sie bestehen also hauptsächlich aus den Mineralen Feldspat, Quarz und Glimmer und haben durch die hellen Hauptbestandteile Quarz und Feldspat ein sehr helles Aussehen. Besser wäre dennoch die genauere Bezeichnung Granitpegmatit, denn neben Granitpegmatit kommen seltener Pegmatite vor, die in ihrer Hauptzusammensetzung anderen magmatischen Gesteinen wie Diorit und Gabbro entsprechen. Sie unterscheiden sich von Granitpegmatit meist durch geringe bis fehlende Anteile von Quarz und größere Anteile von dunklen Mineralen wie Amphibole (meist Hornblende), Pyroxene (meist Augit) und dem Glimmer Biotit. Gemeinsam mit Granitpegmatit besitzen zwar auch sie relativ hohe Anteile an Feldspäten, jedoch erscheinen Gabbro- und Diorit-Pegmatit durch die Anteile dunkler Mineralien auch insgesamt dunkler als Granitpegmatit. Als typische Nebenbestandteil enthalten Pegmatite eine ganze Reihe seltener Elemente in Form von Mineralen die zum Teil von großer wirtschaftlicher Bedeutung sind. Eine Besonderheit in pegmatitischen Gesteinen ist die sogenannte „schriftgranitische“, „graphische“oder „runitische“ Verwachsung. Dabei handelt es sich um ein Gefüge von Quarz und Feldspat, indem der Quarz Kristalle im Feldspat bildet, die arabischen Schriftzeichen oder germanischen Runen ähneln. Charakteristisch für pegmatitische Gesteinskörper ist auch eine regelmäßige Zonierung der verschiedenen Mineralarten, die allerdings nicht immer leicht zu erkennen ist.

Entstehung:

Bei der Abkühlung flüssigen Magmas, das in vulkanischen Gängen und Schloten tief in der Erdkruste eindringt, kristallisieren Minerale in einer bestimmten Reihenfolge aus. Geologen sprechen bei diesem Vorgang von der magmatischen Abfolge. Bei zunehmender Abkühlung von 1200°C heißer Magma bis auf 650°C kristallisieren nach und nach in dieser Reihenfolge zunächst im wesentlichen die Minerale Magnetit, Apatit, Olivin, Pyroxene (Augit), Amphibole (Hornblende), Glimmer, Feldspäte und Quarz aus. Je nach Kieselsäuregehalt und sonstiger Zusammensetzung der Schmelze entstehen aus ihr basische oder saure Magmatite. Bei kieselsäurearmer Schmelze kristallisieren zudem sogenannte Feldspatvertreter wie z. B. Leucit und Nephelin anstelle von Feldspäten aus.

Bei der darauffolgenden Pegmatitbildung spielen sogenannte „ungangbare Ionenradien“ eine gewisse Rolle. Damit sind die Atomdurchmesser von Elementen wie Phosphor, Lithium, Caesium, Fluor, Rubidium, Beryllium, Bor, Zirkonium, Niob, Tantal, Zinn, Hafnium, Thorium, Uran u.a. gemeint, die aufgrund ihrer Größe nicht in die Kristallgitter der bereits bis dahin auskristallisierten Minerale passen. Diese und Elemente der „Seltenen Erden“ (Lanthanoiden) reichern sich folglich in einer wasserreicheren und deshalb beweglicheren Restschmelze an. In seltenen Fällen kann diese auch Gold enthalten. Diese Restschmelzen können in kleinere Ritzen und Spalten des Nebengesteins und der Erdkruste in erdoberflächennahe Bereiche oder gar bis direkt an die Erdoberfläche vordringen und dabei Pegmatitstöcke- und Gänge bilden. Bei der dabei fortschreitenden Abkühlung dieser beweglichen Restschmelzen von 650°C bis auf ca. 500°C kristallisieren Ganggesteine mit Feldspat, Quarz und Glimmer aus, unter anderem der grobkörnige Pegmatit, der sehr viel Olivin, Fluorit aber auch viele seltene Minerale und Edelsteine enthalten kann, die sich aus den obengenannten Elementen und Elementen der seltenen Erden zusammensetzen. Die meisten pegmatitischen Restschmelzen entstehen im Anschluß an die Erstarrung granitischer Gesteinsschmelzen. Pegmatite sind deshalb meist in direkter Nachbarschaft von Granitplutonen zu finden. Sie können jedoch auch in Spalten innerhalb des Plutons auskristallisieren und treten dann beim Abbau von granitischen Gesteinen zutage wie dies in den Pegmatiten beispielsweise des Fichtelgebirges der Fall ist. Dem Pegmatit sehr ähnliche Gesteine entstehen auch durch Aufschmelzungsvorgänge unter hohem Druck und Temperatur tief in der Erdkruste. Sie befinden sich deshalb auch nicht in der Nähe von Plutonen. Solche Pegmatoide bestehen meist nur aus Feldspat, Quarz und Glimmer und die typischen seltenen Begleitminerale der echten Pegmatite fehlen ihnen.

Varietäten des Pegmatit

Je nach ihrer Zusammensetzung werden sehr viele verschiedene Pegmatitvarietäten unterschieden. Sie werden meist nach in ihnen Vorkommenden Mineralen und Elementen benannt. Einige der wichtigsten sollen hier genannt werden:
Am verbreitetsten sind Feldspatpegmatite mit hohen Anteilen von Kalifeldspäten (z.B. Orthoklase) und Natrium- und Kalziumfeldspäten (Plagioklase). Charakteristische Nebengemengteile wie Quarz und Glimmer treten in Feldspatpegmatite ihren Anteilen nach hier stark zurück.
Glimmerpegmatite besitzen hohe Anteile an Glimmern wie Muskowit, Biotit und Phlogopit. Seltener sind Vorkommen von Glimmerpegmatiten mit großen Anteilen des Lithiumglimmers Lepidolith. Ebenfalls reich an dem seltenen Leichtmetall Lithium ist das Mineral Spodumen im gleichnamigen Spodumenpegmatit.
Phosphatpegmatite enthalten eine ganze Reihe von Phosphatmineralien wie das stark phosphathaltige Schwermineral Apatit, Amblygonit, Monazit, Triphylin und andere bisweilen sehr seltene Phosphatmineralien. Auch die bei Mineraliensammlerkreisen wohl bekannte und mittlerweile stillgelegte Grube Hagendorf in der Oberpfalz in Ostbayern ist solch ein Phosphatpegmatit und zugleich einer der größten Pegmatitstöcke Europas.
Beryllpegmatite sind sehr reich an dem Edelstein Beryll. Dunkelgrüne Exemplare von Beryll sind besser unter dem Namen Smaragd und blaue Steine als Aquamarine bekannt. Sie enthalten das seltene Leichtmetall Beryllium.

Edelsteinpegmatite sind Pegmatite die wie der Name schon sagt, eine ganze Reihe von Edelsteinen führen. Neben Beryll (Smaragd, Aquamarin) auch Turmalin, Topas, Zirkon, Korund (Saphir, Rubin), Rauch- und Rosenquarz. Verschleifbare Steine in Edelsteinqualität finden sich allerdings fast ausnahmslos in kristallgefüllten Hohlräumen im Gestein, sogenannten Drusen.

Besonderheiten und Wissenswertes

Pegmatitische Minerale bilden Kristalle mit enormen Ausmaßen. Muskowite mit einer Fläche von 7m2 und Orthoklase (Kalifeldspat) mit einem Gewicht von sage und schreibe 100 Tonnen sind aus Norwegen bekannt geworden. Spodumene mit einer Länge von 14m und einem Gewicht von 90 Tonnen fand man in Süddakota in den USA. Auch Berylle mit einem Gewicht von 18t wurden in Maine in den USA gefunden und bis zu 6 kg schwere Zirkone. Rauchquarze mit einer Kristallgröße bis zu 2m stammen aus Pegmatiten des Ural.

Verwendung:

In der Keramik werden unter Pegmatiten meist Feldspatsande verstanden, die durch Verwitterung von Gesteinen, z.B. Granit, Gneis oder Arkosen (an Feldspat reiche Sandsteine) entstanden sind. Beispielsweise wird auch das Kaolinitvorkommen (Das Mineral Kaolin ist ein wichtiges Mineral zur Porzellanherstellung), des Monte Kaolino (die berühmte Halde der Grube) in Hirschau bei Weiden in der Oberpfalz, als Pegmatit bezeichnet. Es handelt sich dabei allerdings nicht um einen Pegmatit im petrologischen Sinne. Das Gestein ist durch chemische Umwandlung aus Feldspäten entstanden. Dennoch spielen Feldspatpegmatite eine wichtige Rolle als weißbrennender Rohstoff bei der Herstellung von Porzellan, Sanitärkeramik, sowie von Wand und Bodenfliesen aber auch von Email. Je nach Qualität besteht Porzellan zu einem Viertel aus Feldspat, genausoviel Quarz und zur anderen Hälfte aus Kaolin. Feldspat verfestigt beim Erhitzen durch seinen geringen Schmelzpunkt die zu feinem Pulver vermahlenen mineralischen Bestandteile Kaolin und Quarz miteinander und macht das Porzellan leicht durchscheinend.
Ökonomisch wichtig sind neben dem Feldspat, die für Pegmatite wichtigen Begleitminerale, die als Edelsteine oder Erz zur Gewinnung seltener Metalle und anderer seltener oben genannter Elemente genutzt werden. Glimmer aus Pegmatiten werden in der Halbleitertechnik und Elektroindustrie verwendet, sowie für stark hitzebeständige Gläser und Keramiken in der Feuerfestindustrie. Auch als Dekorationsmittel durch den Glitzereffekt kleiner Splitter ist Glimmer sehr beliebt. Natürliche Glimmer werden heute in der Technik allerdings mehr und mehr durch synthetisch erzeugte Glimmer ersetzt.

Vorkommen:
Feldspatpegmatite sind weit verbreitet. Wichtige Lagerstätten sind in Schweden, Finnland und Norwegen, Russland, Kanada, und USA. Von wirtschaftlicher Bedeutung sind auch die Vorkommen von Limoges in Frankreich.
Neben dem bereits genannten Vorkommen des Phosphatpegmatit in Hagendorf in der Oberpfalz, findet man einen wichtigen Phosphatpegmatit auch in Varuträsk in Schweden.
Berühmt sind die Glimmerpegmatite mit großen Muskowitplatten aus dem Ulugurugebirge in Tansania, Sri Lanka und Bengalen. Hauptlieferanten von Muskowit sind die USA China und Norwegen. Phlogopitpegmatite kommen aus den GUS, Madagaskar und Kanada vor.
Wichtige Edelsteinpegmatite findet man in Australien, in Brasilien, Madagaskar und in Namibia. Beryllführende Pegmatite mit dunkelgrünen qualitativ hochwertigen Smaragden werden im Ural und Kolumbien abgebaut. Nach edlen Korunden wie blauen Saphiren und roten Rubinen wird in den Pegmatiten von Thailand, Burma, Sri Lanka und Madagaskar geschürft.
Unter den Vorkommen in Deutschland sind vor allem die Pegmatite der Oberpfalz in Ostbayern von größerer wirtschaftlicher Bedeutung. In der Feldspatgrube in Püllersreuth ist ein Beryllpegmatit aufgeschlossen. In Grünberg bei Brand im Landkreis Tirschenreuth (Oberpfalz) wurde bei Bauarbeiten im Sommer 2001 ein Lepidolithpegmatit aufgeschlossen. Dieser Lithiumglimmer ist in diesem Gebiet sehr selten.
Während in der nördlichen Oberpfalz neben den Phosphat-Pegmatiten (Hagendorf, oder der Kreuzberg in Pleystein) oft Turmaline und Berylle vorkommen, (z.B. in Tirschenreuth, in Püllersreuth und in Plößberg), also die Elemente Bor und Beryllium angereichert sind, ist das Grünberger Lepidolith-Vorkommen der bislang einzige reine Lithium-Pegmatit in diesem Gebiet und möglicherweise das größte Vorkommen dieses rosa-violetten Minerals in Deutschland.
Weitere Pegmatite werden im Bayerischen Wald (Fluorit-Vorkommen Waidhaus), im Erzgebirge, im Fichtelgebirge, im Harz, im Odenwald, im Schwarzwald, im Thüringer Wald und im Vogtland abgebaut.

Pegmatit

Ursprung und Bedeutung des Namens

Der Name des Gesteins Pegmatit leitet sich von dem griechischen Wort „pegma“ ab, was soviel bedeutet wie „Festgewordenes“. Der Name beschreibt auch einen zusammenhängenden Gesteinskörper (z.B. Pegmatitgang, Pegmatitstock), der aus diesem Gestein besteht.

Zusammensetzung und Aussehen

Unter Pegmatit versteht man im allgemeinen sehr grobkristalline Ganggesteine, die aus sehr großen, meist etwa 2 bis 2,5cm großen Kristallen bestehen und im wesentlichen der Zusammensetztung von Granit entsprechen. Sie bestehen also hauptsächlich aus den Mineralen Feldspat, Quarz und Glimmer und haben durch die hellen Hauptbestandteile Quarz und Feldspat ein sehr helles Aussehen. Besser wäre dennoch die genauere Bezeichnung Granitpegmatit, denn neben Granitpegmatit kommen seltener Pegmatite vor, die in ihrer Hauptzusammensetzung anderen magmatischen Gesteinen wie Diorit und Gabbro entsprechen. Sie unterscheiden sich von Granitpegmatit meist durch geringe bis fehlende Anteile von Quarz und größere Anteile von dunklen Mineralen wie Amphibole (meist Hornblende), Pyroxene (meist Augit) und dem Glimmer Biotit. Gemeinsam mit Granitpegmatit besitzen zwar auch sie relativ hohe Anteile an Feldspäten, jedoch erscheinen Gabbro- und Diorit-Pegmatit durch die Anteile dunkler Mineralien auch insgesamt dunkler als Granitpegmatit. Als typische Nebenbestandteil enthalten Pegmatite eine ganze Reihe seltener Elemente in Form von Mineralen die zum Teil von großer wirtschaftlicher Bedeutung sind. Eine Besonderheit in pegmatitischen Gesteinen ist die sogenannte „schriftgranitische“, „graphische“oder „runitische“ Verwachsung. Dabei handelt es sich um ein Gefüge von Quarz und Feldspat, indem der Quarz Kristalle im Feldspat bildet, die arabischen Schriftzeichen oder germanischen Runen ähneln. Charakteristisch für pegmatitische Gesteinskörper ist auch eine regelmäßige Zonierung der verschiedenen Mineralarten, die allerdings nicht immer leicht zu erkennen ist.

Entstehung:

Bei der Abkühlung flüssigen Magmas, das in vulkanischen Gängen und Schloten tief in der Erdkruste eindringt, kristallisieren Minerale in einer bestimmten Reihenfolge aus. Geologen sprechen bei diesem Vorgang von der magmatischen Abfolge. Bei zunehmender Abkühlung von 1200°C heißer Magma bis auf 650°C kristallisieren nach und nach in dieser Reihenfolge zunächst im wesentlichen die Minerale Magnetit, Apatit, Olivin, Pyroxene (Augit), Amphibole (Hornblende), Glimmer, Feldspäte und Quarz aus. Je nach Kieselsäuregehalt und sonstiger Zusammensetzung der Schmelze entstehen aus ihr basische oder saure Magmatite. Bei kieselsäurearmer Schmelze kristallisieren zudem sogenannte Feldspatvertreter wie z. B. Leucit und Nephelin anstelle von Feldspäten aus.

Bei der darauffolgenden Pegmatitbildung spielen sogenannte „ungangbare Ionenradien“ eine gewisse Rolle. Damit sind die Atomdurchmesser von Elementen wie Phosphor, Lithium, Caesium, Fluor, Rubidium, Beryllium, Bor, Zirkonium, Niob, Tantal, Zinn, Hafnium, Thorium, Uran u.a. gemeint, die aufgrund ihrer Größe nicht in die Kristallgitter der bereits bis dahin auskristallisierten Minerale passen. Diese und Elemente der „Seltenen Erden“ (Lanthanoiden) reichern sich folglich in einer wasserreicheren und deshalb beweglicheren Restschmelze an. In seltenen Fällen kann diese auch Gold enthalten. Diese Restschmelzen können in kleinere Ritzen und Spalten des Nebengesteins und der Erdkruste in erdoberflächennahe Bereiche oder gar bis direkt an die Erdoberfläche vordringen und dabei Pegmatitstöcke- und Gänge bilden. Bei der dabei fortschreitenden Abkühlung dieser beweglichen Restschmelzen von 650°C bis auf ca. 500°C kristallisieren Ganggesteine mit Feldspat, Quarz und Glimmer aus, unter anderem der grobkörnige Pegmatit, der sehr viel Olivin, Fluorit aber auch viele seltene Minerale und Edelsteine enthalten kann, die sich aus den obengenannten Elementen und Elementen der seltenen Erden zusammensetzen. Die meisten pegmatitischen Restschmelzen entstehen im Anschluß an die Erstarrung granitischer Gesteinsschmelzen. Pegmatite sind deshalb meist in direkter Nachbarschaft von Granitplutonen zu finden. Sie können jedoch auch in Spalten innerhalb des Plutons auskristallisieren und treten dann beim Abbau von granitischen Gesteinen zutage wie dies in den Pegmatiten beispielsweise des Fichtelgebirges der Fall ist. Dem Pegmatit sehr ähnliche Gesteine entstehen auch durch Aufschmelzungsvorgänge unter hohem Druck und Temperatur tief in der Erdkruste. Sie befinden sich deshalb auch nicht in der Nähe von Plutonen. Solche Pegmatoide bestehen meist nur aus Feldspat, Quarz und Glimmer und die typischen seltenen Begleitminerale der echten Pegmatite fehlen ihnen.

Varietäten des Pegmatit

Je nach ihrer Zusammensetzung werden sehr viele verschiedene Pegmatitvarietäten unterschieden. Sie werden meist nach in ihnen Vorkommenden Mineralen und Elementen benannt. Einige der wichtigsten sollen hier genannt werden:
Am verbreitetsten sind Feldspatpegmatite mit hohen Anteilen von Kalifeldspäten (z.B. Orthoklase) und Natrium- und Kalziumfeldspäten (Plagioklase). Charakteristische Nebengemengteile wie Quarz und Glimmer treten in Feldspatpegmatite ihren Anteilen nach hier stark zurück.
Glimmerpegmatite besitzen hohe Anteile an Glimmern wie Muskowit, Biotit und Phlogopit. Seltener sind Vorkommen von Glimmerpegmatiten mit großen Anteilen des Lithiumglimmers Lepidolith. Ebenfalls reich an dem seltenen Leichtmetall Lithium ist das Mineral Spodumen im gleichnamigen Spodumenpegmatit.
Phosphatpegmatite enthalten eine ganze Reihe von Phosphatmineralien wie das stark phosphathaltige Schwermineral Apatit, Amblygonit, Monazit, Triphylin und andere bisweilen sehr seltene Phosphatmineralien. Auch die bei Mineraliensammlerkreisen wohl bekannte und mittlerweile stillgelegte Grube Hagendorf in der Oberpfalz in Ostbayern ist solch ein Phosphatpegmatit und zugleich einer der größten Pegmatitstöcke Europas.
Beryllpegmatite sind sehr reich an dem Edelstein Beryll. Dunkelgrüne Exemplare von Beryll sind besser unter dem Namen Smaragd und blaue Steine als Aquamarine bekannt. Sie enthalten das seltene Leichtmetall Beryllium.

Edelsteinpegmatite sind Pegmatite die wie der Name schon sagt, eine ganze Reihe von Edelsteinen führen. Neben Beryll (Smaragd, Aquamarin) auch Turmalin, Topas, Zirkon, Korund (Saphir, Rubin), Rauch- und Rosenquarz. Verschleifbare Steine in Edelsteinqualität finden sich allerdings fast ausnahmslos in kristallgefüllten Hohlräumen im Gestein, sogenannten Drusen.

Besonderheiten und Wissenswertes

Pegmatitische Minerale bilden Kristalle mit enormen Ausmaßen. Muskowite mit einer Fläche von 7m2 und Orthoklase (Kalifeldspat) mit einem Gewicht von sage und schreibe 100 Tonnen sind aus Norwegen bekannt geworden. Spodumene mit einer Länge von 14m und einem Gewicht von 90 Tonnen fand man in Süddakota in den USA. Auch Berylle mit einem Gewicht von 18t wurden in Maine in den USA gefunden und bis zu 6 kg schwere Zirkone. Rauchquarze mit einer Kristallgröße bis zu 2m stammen aus Pegmatiten des Ural.

Verwendung:

In der Keramik werden unter Pegmatiten meist Feldspatsande verstanden, die durch Verwitterung von Gesteinen, z.B. Granit, Gneis oder Arkosen (an Feldspat reiche Sandsteine) entstanden sind. Beispielsweise wird auch das Kaolinitvorkommen (Das Mineral Kaolin ist ein wichtiges Mineral zur Porzellanherstellung), des Monte Kaolino (die berühmte Halde der Grube) in Hirschau bei Weiden in der Oberpfalz, als Pegmatit bezeichnet. Es handelt sich dabei allerdings nicht um einen Pegmatit im petrologischen Sinne. Das Gestein ist durch chemische Umwandlung aus Feldspäten entstanden. Dennoch spielen Feldspatpegmatite eine wichtige Rolle als weißbrennender Rohstoff bei der Herstellung von Porzellan, Sanitärkeramik, sowie von Wand und Bodenfliesen aber auch von Email. Je nach Qualität besteht Porzellan zu einem Viertel aus Feldspat, genausoviel Quarz und zur anderen Hälfte aus Kaolin. Feldspat verfestigt beim Erhitzen durch seinen geringen Schmelzpunkt die zu feinem Pulver vermahlenen mineralischen Bestandteile Kaolin und Quarz miteinander und macht das Porzellan leicht durchscheinend.
Ökonomisch wichtig sind neben dem Feldspat, die für Pegmatite wichtigen Begleitminerale, die als Edelsteine oder Erz zur Gewinnung seltener Metalle und anderer seltener oben genannter Elemente genutzt werden. Glimmer aus Pegmatiten werden in der Halbleitertechnik und Elektroindustrie verwendet, sowie für stark hitzebeständige Gläser und Keramiken in der Feuerfestindustrie. Auch als Dekorationsmittel durch den Glitzereffekt kleiner Splitter ist Glimmer sehr beliebt. Natürliche Glimmer werden heute in der Technik allerdings mehr und mehr durch synthetisch erzeugte Glimmer ersetzt.

Vorkommen:
Feldspatpegmatite sind weit verbreitet. Wichtige Lagerstätten sind in Schweden, Finnland und Norwegen, Russland, Kanada, und USA. Von wirtschaftlicher Bedeutung sind auch die Vorkommen von Limoges in Frankreich.
Neben dem bereits genannten Vorkommen des Phosphatpegmatit in Hagendorf in der Oberpfalz, findet man einen wichtigen Phosphatpegmatit auch in Varuträsk in Schweden.
Berühmt sind die Glimmerpegmatite mit großen Muskowitplatten aus dem Ulugurugebirge in Tansania, Sri Lanka und Bengalen. Hauptlieferanten von Muskowit sind die USA China und Norwegen. Phlogopitpegmatite kommen aus den GUS, Madagaskar und Kanada vor.
Wichtige Edelsteinpegmatite findet man in Australien, in Brasilien, Madagaskar und in Namibia. Beryllführende Pegmatite mit dunkelgrünen qualitativ hochwertigen Smaragden werden im Ural und Kolumbien abgebaut. Nach edlen Korunden wie blauen Saphiren und roten Rubinen wird in den Pegmatiten von Thailand, Burma, Sri Lanka und Madagaskar geschürft.
Unter den Vorkommen in Deutschland sind vor allem die Pegmatite der Oberpfalz in Ostbayern von größerer wirtschaftlicher Bedeutung. In der Feldspatgrube in Püllersreuth ist ein Beryllpegmatit aufgeschlossen. In Grünberg bei Brand im Landkreis Tirschenreuth (Oberpfalz) wurde bei Bauarbeiten im Sommer 2001 ein Lepidolithpegmatit aufgeschlossen. Dieser Lithiumglimmer ist in diesem Gebiet sehr selten.
Während in der nördlichen Oberpfalz neben den Phosphat-Pegmatiten (Hagendorf, oder der Kreuzberg in Pleystein) oft Turmaline und Berylle vorkommen, (z.B. in Tirschenreuth, in Püllersreuth und in Plößberg), also die Elemente Bor und Beryllium angereichert sind, ist das Grünberger Lepidolith-Vorkommen der bislang einzige reine Lithium-Pegmatit in diesem Gebiet und möglicherweise das größte Vorkommen dieses rosa-violetten Minerals in Deutschland.
Weitere Pegmatite werden im Bayerischen Wald (Fluorit-Vorkommen Waidhaus), im Erzgebirge, im Fichtelgebirge, im Harz, im Odenwald, im Schwarzwald, im Thüringer Wald und im Vogtland abgebaut.

Phacops

Stamm Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse Trilobita ( Trilobiten; Dreilapper)
Ordnung Phacopida
Gattung Phacops

Arten: Phacops rana
Phacops milleri
Phacops latifrons
Phacops schlotheimi
Phacops ferdinandi

Vorkommen: Silur – Devon
Verbreitung: weltweit

Cephalon: unberandet, Glabella groß
Gesichtsnaht: propar oder gonatopar
Facettenaugen: schizochroal
Wangen: abgerundet, unbestachelt
Thorax : aus 11 Segmenten bestehend
Pleuren: abgerundet, gefurcht
Pygidium: halbkreisförmig, abgerundet

Phacops ist eine der uns am häufigsten überlieferte Gattung dieser frühen Lebewesen aus dem Stamm der Gliederfüßer. Mit einer Vielzahl an Arten bevölkerte die Familie der Phacopiden die Ozeane des Silur und Devon. Phacops-Funde von Riesenformen aus Marocco erreichen die faszinierende Länge von bis zu 30 cm.

Merkmale:
Die Gattung ist durch ihre ausgeprägte Merkmalskombination sehr leicht wiederzuerkennen. Vor allem wegen des bei Phacops sehr globig ausgeprägten Mittelteils des Kopfes, der Glabella. Sie ist nach vorne verbreitert und reicht bis an den Vorderrand des Kopfes. Dort befindet sich deshalb kein sichtbarer Rand. Die Glabella ist mit zahlreichen kleinen Höckern übersät. Bei einigen Arten kann auch der Rumpf kleine Höcker besitzen, allerdings weniger dicht. Das Schwanzsegment (Pygidium) ist halbkreisförmig und hinten abgerundet.
Der Rumpf (Thorax) ist bei der Gattung Phacops durchwegs aus 11 Körpersegmenten aufgebaut. Die Enden der Segmentseitenteile (Pleuren) sind am äußeren Ende abgerundet und in Längsrichtung gefurcht. Jedes dieser Segmente besitzt ein Beinpaar, das aus Spaltfüßen besteht..
Die Augen der Phacops-Arten sind aus maximal 130 Linsen zusammengesetzt. Es handelt sich nicht um Facettenaugen mit Wabenmuster, wie man sie von Insekten oder anderen Trilobiten kennt, sondern um runde Einzellinsen mit eigener Hornhaut, sogenannte schizochroale Augen. Die Linsen der Augen sind in Reihen angeordnet. Als Schutz vor Feinden konnten sich die Tiere wie die heutigen Asseln einrollen. Dabei rastet der Hinterrand des Pygidiums in eine Furche unterhalb des Kopfes ein. Sehr oft sind die Tiere in dieser Haltung überliefert. Mit den Asseln sind die Trilobiten allerdings nicht näher verwandt, obwohl die starke Ähnlich die vermuten ließe. Allerdings gehören sie zum gleichen Tierstamm, den Gliederfüßern (Arthropoda), wie alle Insekten Spinnen, Krebse, Tausenfüßler usw..

Die Augen als wichtiges Bestimmungsmerkmal

Mit zunehmendem Alter, bzw. der Entwicklungsstufe nimmt die Anzahl der Linsenreihen zu. Junge Phacops-Trilobiten besitzen 12 – 13 Linsenreihen. Je nach Anzahl der Linsenreihen im Erwachsenenstadium werden zwei verschiedene Phacops-Arten unterschieden:
Bei Phacops rana, dem Frosch-Phacops steigt die Zahl bis auf 17 Linsenreihen beim erwachsenen Tier an.
Ein dem Phacops rana äußerlich sehr ähnlicher Trilobit ist der Phacops milleri. Er besitzt im Erwachsenenstadium 18 Linsenreihen und dessen Augen treten etwas stärker hervor. Früher wurde der geringe Unterschied lediglich als Variation der Art Phacops rana angesehen und als Unterart Phacops rana milleri bezeichnet. Wichtige häufige Arten sind Phacops latifrons und Phacops schlotheimi. Sie unterscheiden sich von P.milleri und P. rana durch eine geringere Anzahl der Linsenreihen bzw. sind bei P. schlotheimi sind die Linsen nicht in Reihen angeordnet.

Lebensraum und Vorkommen

Die ersten Phacopiden treten bereits in oberen Ordovizium auf, die Gattung Phacops allerdings erst im Silur.
Hier trugen sie als wichtiger Bestandteil zur Meeresfauna bei. Phacops lebte zusammen mit Seeskorpionen (Eurypterus) und Quastenflossern, Goniatiten, Spiriferiden und vielen anderen Meereslebewesen in den Ozeanen des Silur und Devon. Im Unterdevon vor 410 – 390 Millionen Jahren erlebten sie ihre Blütezeit. Phacops ist in Tiefwassersedimenten, sowie auch in Ablagerungen flacher Meeresbereiche überliefert. Am häufigsten tritt er in den seichten warmen Flachmeeresbereichen der warmen Klimazonen auf ,von wo er in tonigen Kalken überliefert ist. In den Schiefern des Hunsrück sind sie im unterdevonischen Schlamm eines ehemaligen Flachmeeres in etwa 200m Wassertiefe die häufigsten Fossilien. Hier findet sich vor allem die Art Phacops ferdinandi. Wie wahrscheinlich die allermeisten Trilobiten ernährte sich Phacops von Detritus, d. h. von abgestorbenen, teils zersetzten pflanzlichen und tierischen, auf den Meeresboden gesunkenen Resten, allerdings wird für Phacops in Wissenschaftskreisen eine räuberische Ernährungsweise nicht ausgeschlossen.

Ein Tier kann mehrere Fossilien liefern

Trilobiten gehören zu den hemimetabolen Gliederfüßern, das bedeutet, dass die Embryonalentwicklung schrittweise über mehrere Entwicklungsstadien und Häutungen zum Erscheinungsbild des erwachsenen Tieres führt. Die Gesichtsnaht, normalerweise eine Sollbruchstelle des Panzers bei der Häutung, bricht bei Phacops nicht oder nur selten auf. Die alte Haut bricht an anderer Stelle, meist hinter dem Kopf. Die Stadien der Jungtiere unterscheiden sich äußerlich von dem Erwachsenenstadium. Die Häutungsreste können ebenfalls versteinern. Ein Tier kann somit mehrere Fossilien liefern.

Ein Fenster der Evolution

Der berühmte Paläontologe und Direktor der Abteilung für Wirbellose des American Museum of Natural History Niles Eldridge untersuchte die Evolution dieser frühen Gliederfüßer. Er fand heraus, daß Phacops milleri als Stammform von Phacops rana anzusehen ist und beide Formen 3 Millionen Jahre lang Zeitgenossen waren, jedoch unterschiedliche Lebensräume beanspruchten. Phacops milleri lebte zunächst in den Meeren des heutigen Deutschlands und Nordafrikas. Aus einer isolierten Population von Phacops milleri (18 Linsenreihen) entwickelte sich Phacops rana (17 Linsenreihen). Übergangsformen sind von Eldridge belegt. Später ist Phacops milleri auf die zentralen Meere von Nordamerika beschränkt. Zur selben Zeit lebte Phacops rana nur im östlichen Nordamerika im Bereich der heutigen Appalachen und des Staates New York. Während dieser Zeit veränderten sich die beiden Formen nicht und werden deshalb als eigene Arten angesprochen. Durch starke Klimaveränderungen verdampften dann die Meere des zentralen Nordamerikas und Phacops milleri starb aus. Als das Meer von Osten wieder auf das Festland vordrang zog die Tochterart Phacops rana in diesen Bereich mit ein und besetzte offensichtlich die jetzt frei gewordene ökologische Nische seiner Elternart.
Der genauere Ablauf der Artenaufspaltung und Artenneubildung ist nur selten in derartig differenzierter Form nachgewiesen worden.

Phacops im Widerspruch zu Darwins Evolutionstheorie

Eine über Millionen von Jahren andauernde Existenz zweier verwandter Formen ohne fortschreitende Veränderung ist in der Evolutionstheorie Darwins nicht vorgesehen und wurde von Darwin ignoriert.
Er ging von einem graduellen, sich in kleinen Schritten vollziehenden Wandel in der Lebenswelt aus.
Niles Eldridge hat anhand von Phacops-Arten einen Beweis geliefert, daß Lebewesen nicht einer ständigen Veränderung unterliegen, sondern ein Bestreben zeigen unter günstigen Umweltbedingungen über sehr lange Zeiträume stabil zu bleiben. Eindrucksvolle Beispiele sind in diesem Zusammenhang auch heute noch lebende Fossilien, wie der Quastenflosser (Fisch), oder die Araucarie (Zimmertanne), die schon seit mehreren hundert Millionen Jahren fast unverändert blieben.

Vorkommen

weltweit verbreitet, Ontario/Kanada, Sylvania in Ohio/USA, Kourybgia/Marocco, Spanien, Ardennen/Frankreich
Deutschland: Rheinisches Schiefergebirge, Hunsrück, Eifel

piezoelektrischer Effekt

Was macht der Quarz in einer Quarzuhr ( piezoelektrischer Effekt)

Die Erfindung der Quarzuhr stellt einen Meilenstein in der Geschichte der Zeitmessung dar. Das Geheimnis dieses sehr präzisen Messgerätes sind die Schwingungseigenschaften eines gewöhnlichen Quarzes, des häufigsten Minerals der Erdkruste. Diesen Effekt machte sich bereits 1929 der amerikanische Uhrmacher A. Marrison bei der Erfindung der Quarzuhr zu Nutze.

Die physikalische Grundlage: Der piezoelektrische Effekt

Bei einer äußerlichen mechanischen Krafteinwirkung auf manchen Kristall, zum Beispiel bei einer Verformung, tritt durch eine Ladungsverschiebung im Kristallgitter des Kristalls eine elektrische Spannung auf. Diese ist an der Oberfläche des Kristalls nachweisbar. Dieses Phänomen wurde 1880 von dem französischen Physiker Pierre Curie (1859 – 1906) und seinen Brüdern entdeckt. Sie nannten das Phänomen piezoelektrischen Effekt.
Dieser piezoelektrische Effekt ist umkehrbar. Ein Kristall verformt sich also auch, wenn man ihn mit einem Mangetfeld umgibt. Der piezoelektrische Effekt ist allerdings nur bei Kristallen zu beobachten, die kein Symmetriezentrum besitzen. Zum Beispiel beim Quarz, Turmalin, Zinkblende und selbst bei Zuckerkristallen u.a..

Der Quarz als mineralischer Schrittmacher

Ein durch Wechselstrom erzeugtes, also ein in seiner elektrischen Polung ständig und sehr schnell wechselndes Magnetfeld bringt einen entsprechend zugeschnittenen Quarzkristall in Schwingung. Quarze sind wegen ihrer Häufigkeit in der Natur sehr kostengünstig und werden deshalb bevorzugt als Schwingkörper verwendet. Der Quarz wird dabei selbst zur Stromquelle und übt eine elektromagnetische Rückwirkung auf das durch Wechselstrom erzeugte Magnetfeld aus. Die daraus resultierende Schwingung des Quarzkristalls ist von erstaunlicher Genauigkeit und äußerst geringer Dämpfung. Solch einen Quarz nennt man Schwingquarz. Schwingquarze werden in Form kleiner Blättchen aus einem Quarzkristall herausgeschnitten. Die Frequenz, in der der Quarz schwingt, hängt von dessen Form und Größe ab. Für die Zeitmessung verwendet man allgemein Quarze, die in Standardschwingungszahl 32768 pro Sekunde schwingen. Die Zahl entspricht genau 215. Dies ist jedoch kein Zufall. Die Zahl wurde im binären Zahlensystem gewählt, um die Impulse möglichst unkompliziert digital verarbeiten zu können. Dadurch kann die hohe Anzahl der Impulse durch elektrische Schaltungen auf genau 1 Impuls pro Sekunde herunterreguliert werden. Also nur noch genau jede Sekunde wird dann ein elektrischer Impuls an einen kleinen Schrittmotor weitergegeben, der den Sekundenzeiger antreibt. Die elektrischen Impulse können auch mit einem digitalen Zähler gezählt werden und auf einer digitalen Anzeige angezeigt werden. Die Quarzuhr besitzt in diesem Fall keinerlei bewegliche Teile mehr.
Der Antriebsmechanismus einer Quarzuhr ist sehr empfindlich regulierbar. Deshalb geht eine Quarzuhr zwischen 1000 und 10000 mal genauer als eine gewöhnliche Uhr.

Antriebsenergie

Da die Anregung des Quarzes elekrische Energie benötigt, sind Quarzuhren mit einer Batterie oder einer Photozelle ausgestattet, anstatt mit einer Schwungfeder, wie bei einer gewöhnlichen Uhr. Die Entwicklung für die Zukunft führt sogar zu kleinen Brennstoffzellen, in denen Methanol verbrannt wird.

Schwingquarze finden in der modernen Technik vielerlei Anwendungsgebiete

Schwingquarze werden als Ultraschallsender genutzt. Hierbei werden die Schwingungen des Kristalls auf die Luft übertragen. Als Taktgeber in Oszillatorschaltungen ( Oszillator=elektronischer Schrittmacher, Schwingelement) werden Quarzoszillatoren in der Digital und Telekommunikationstechnik (in Sendern und Empfängern) eingesetzt. In der modernen Musik stellen sie den wichtigsten Grundbaustein zur digitalen Klangerzeugung in Keyboards und ähnlichem dar. Ein sehr große Rolle spielen Quarzoszillatoren auch in der Radar-, Sequenz- und Feinmesstechnik.

Pyrit

Narrengold, Katzengold, Eisenkies, Schwefelkies
Chemische Formel: Fe S2 (Eisendisulfid)
Mohshärte: 6 – 6,5
Spez. Gewicht: 5,0 – 5,2
Kristallsystem: kubisch
Strich: grünlich-schwarz
Bruch: muschelig
Spaltbarkeit: unvollkommen

Nicht selten hat dieses Mineral seinen Finder zum Narren gehalten. Seine messinggelbe Farbe, sein metallischer Glanz und sein hohes spezifisches Gewicht hat wohl schon so manchen unerfahrenen Goldsucher und Mineraliensammler an einen größeren Goldfund glauben lassen. Deshalb nennt man Pyrit auch Katzen- oder Narrengold. Dabei handelt es sich bei Pyrit lediglich um eine weltweit häufig vorkommende Eisen-Schwefel-Verbindung, ein sogenanntes sulfidisches Erz. Ein wirtschaftliches Interesse beschränkt sich dabei im wesentlichen auf die Herstellung von Schwefelsäure und Alaun. Dabei kann Pyrit allerdings Gold und auch Silber enthalten. Meist freilich nur in geringen Mengen. So enthält beispielsweise Pyrit aus Rammelstein bei Goslar im Harz 4g Gold pro Tonne abgebautes Erz. In Südafrika allerdings lohnt der Abbau auch des Goldes wegen.

Entstehung:

Pyrit entsteht im wesentlichen durch Vulkanismus. Zum einen in magmatischen Gesteinen, wo er beim Abkühlen flüssiger, in Risse und Spalten der Erdkruste vorgedrungener Lava tief in der Erdkruste bei 1200°C bis 550°C als eines der ersten Mineralien auskristallisiert. Zum anderen entsteht Pyrit in hydrothermalen Erzgängen, wo er aus verdunstendem heißem Wasser oder durch Abkühlung desselben in Gesteinshohlräumen abgeschieden wird. Er kommt auch in Metamorphiten (Umwandlungsgesteine) vor, die durch Druck und Temperatureinwirkung aus bereits erkaltetem Magma hervorgehen. Die Mineralbestandteile dieser magmatischen Gesteine formieren sich zu Pyrit neu um. Letztendlich entsteht Pyrit auch unter Luftabschluß in Sedimenten wie Braunkohle, Mergeln und Tonen. Der dazu nötige Schwefel stammt zum Einen aus ehemals abgelagerten Pflanzen und Tierleichen und wird bei deren Zersetzung durch Schwefelbakterien freigesetzt, zum Anderen aus den Mineralbestandteilen der Sedimente. Ein Großteil des Erzes kristallisierte während des Präkambriums bereits vor 2500 Mio. Jahren, als es in der Atmosphäre noch keinen freien Sauerstoff gab und Vulkanismus die weitgehend unbelebte Erde prägte in Verbindung mit vulkanischen Vorgängen. Während der ersten Eiszeiten des Unterproterozoikums vor etwa 2000 Mio. Jahren wurden bereits vorhandene Pyritvorkommen von Gletscherflüssen und ähnlichem transportiert, aufgrund von Gewicht und Größe sortiert, und als sogenannte Seifen lokal angehäuft. Auf diese Weise entstanden beträchtliche Pyrit-Lagerstätten, z.B. in Südafrika. Die Abwesenheit von freiem Sauerstoff ist eine Hauptvoraussetzung zur Entstehung sulfidischer Erze. In sauerstoffreicher Umgebung oxidiert Pyrit zu Eisenoxid (Fe2O3), was nichts anderes ist als Rost. Buchstäblich durch verrosten also ging ein Teil der damals entstandenen Lagerstätten wieder verloren, als erste Lebensformen (Algen, Cyanobakterien) den bis dahin gebundenen Sauerstoff durch Photosynthese in größerem Maße in die Erdatmosphäre freisetzten. Ein weiteres Verwitterungsprodukt des Pyrit ist Limonit, auch Brauneisenstein oder als kompaktes gut auskristallisiertes Mineral auch Brauner Glaskopf genannt. Es handelt sich um Eisenoxidhydroxid (FeO(OH). Große Vorkommen von Pyrit wurden auch durch vulkanische Ergüsse in den Ozeanen des Unter- und Mittelkambriums in der großen Zeit der Minerallagerstättenbildung im Kambrium vor 590 – 520 Millionen Jahren angehäuft. Beim Auseinanderdriften von tektonischen Platten füllt sich die entstehende Lücke mit vulkanischem Ergußgestein und es entstanden ausgedehnte magmatische Decken. Durch den geringen Sauerstoffgehalt entstanden hier vorwiegend sulfidische Erze.

Kristallformen

Durch Bildung von Durchdringungszwillingen und Kombination verschiedener Kristallformen kann Pyrit sehr vielgestaltig auftreten. Die am häufigsten vorkommende Kristallform ist der Würfel. Häufig sind auch Oktaeder- und Pentagondodekaederkristalle. Besonders schön sind abgeflachte, strahlenförmige Kristalle, sogenannte Pyritsonnen. Charakteristisch für Pyrit ist eine parallel zu den Kristallkanten verlaufende Streifung der Kristallflächen. Ein sehr nahe verwandtes Mineral mit gleicher chemischer Zusammensetzung ist der Markasit. Er unterscheidet sich vom Pyrit durch ein rhombisches Kristallsystem und Fehlen der typischen Streifung. Sein spezifisches Gewicht ist etwas geringer und sein Strich grün-grau. Unvollkommene, derbe Aggregate sind von Pyrit rein äußerlich so gut wie nicht zu unterscheiden. Die im Handel erhältlichen Markasit-Knollen sind meist Übergangsformen, sogenannte Pseudomorphosen von Pyrit nach Markasit. Ähnlich in Färbung und Gewicht ist auch Kupferkies (CuFeS2).

Namen und Überlieferung

Der Name Pyrit stammt aus dem griechischen und bedeutet Feuerstein. Dies geht auf seine Eigenschaft zurück, Funken zu schlagen, wenn man zwei Stücke aufeinander klopft. Der Stein wird von jeher als magischer Stein angesehen. Die Alchemisten des Mittelalters sahen in ihm den „Stein der Weisen“, den Grundstoff zur Herstellung von Gold.

Pyrit als Versteinerungsmittel von Fossilien

Häufig werden Fossilien in Sedimentgesteinen oberflächlich pyritisiert oder gar vollständig durch das Mineral ersetzt . Dabei entstehen oft sehr ansehnliche Fossilien, wie die „Goldschneckerl“ (Ammoniten) aus den Jura-Tongruben Mittelfrankens/Bayern. Pyritisierte Fossilien findet man in Tonablagerungen oft in Toneisenstein-Knollen oder Linsen. An winzigen Schalenresten oder auch ganzen erhaltenen Fossilien bilden sich Kristallisationskeime. Durch das Kristallwachstum wuchert Pyrit hierbei oft über die Grenzen der Fossiloberfläche hinaus und es entstehen skurrile Formen. Beim Anblick derartiger
Strukturen entwickelt man ein gewisses Verständnis für die alte Vorstellung der „Urzeugung“,
die auf Aristoteles ( 384 – 322 v. Chr.) zurückgeht, die Schöpfung aller Kreaturen aus Lehm, Schlamm und Ähnlichem. Fossilien wirken oft wie fehlerhafte Nebenprodukte einer Gußfabrik. Demnach wurden Fossilien für unvollkommene Vorstufen im Enstehungsprozess der Lebewelt angesehen. Diese Vorstellung spielte Jahrhunderte lang eine wesentliche Rolle bei der Deutung von Fossilien, obwohl bereits bedeutende Philosophen und Wissenschaftler vor Aristoteles Fossilien als Überreste vergangenen Lebens erkannt haben.

Esoterik

Manchmal wird er den Sternzeichen Stier und Krebs zugeordnet; meist wird aber auf eine Zuordnung verzichtet. Im alten Griechenland wurde er ohnehin als Zusatzstein zu allen Sternzeichen getragen. Er gilt als Energiestein, der die Kraft anderer Steine verstärkt.
Seit dem späten Mittelalter spricht man dem Stein die Fähigkeit zu, regulierend auf den Fluß der Körpersäfte einzuwirken. Er verstärkt das harmonische Zusammenspiel der Drüsen und Organe und wirkt sich somit stimulierend auf das Nervensystem aus. Der Pyrit löst so Verspannungen physischer und psychischer Art. Er behebt Erkrankungen der Lunge und Atemwege und schafft Abhilfe bei spastischen und stressbedingten Erkrankungen. Er hilft bei Depressionen, Erschöpfungszuständen und stärkt das Selbstbewußtsein. Eine Pyritkette fördert die Durchblutung der Haut und hält diese gesund. Der Anblick stark glänzender Kristalle erfüllt mit der Klarheit, Kraft und Wärme der Sonne. Er stimmt zuversichtlich und optimistisch und hilft psychosomatische Verspannungen zu erkennen.

Industrielle Bedeutung

Wichtigstes Schwefelerz zur Gewinnung von Schwefelsäure und Alaun. In Südafrika spielt Pyrit auch eine wichtige Rolle als Golderz.

Vorkommen

Weltweit; wichtige Lagerstätten in Kärnten/Österreich, Italien, Frankreich, Portugal, Schweden, USA, Mexiko, Kanada, Südafrika.
Größte Vorkommen in Norwegen, Russland und Spanien. Rio Tinto in Spanien stellt die größte Pyritlagerstätte der Welt dar. Allein dort lagern über 50% der bekannten Pyrit- Vorkommen.
In Rammelstein bei Goslar im Harz wird bereits seit 1000 Jahren Pyrit abgebaut.
Besonders schöne Kristalle finden sich auf Elba.

Wissenswertes

Die Forschung in jüngerer Zeit hat nachgewiesen, daß zur Entstehung des Lebens notwendige organische Molekülbausteine, sogenannte Biopolymere auf Oberflächen von Pyritkristallen entstehen können. Diese Vorstellung bietet eine Alternative zur bisher gängigsten Theorie von der Entstehung des Lebens in der Ursuppe, da Pyrit kurz nach Entstehung der Erde bereits vorhanden war.