Die Giganten danken ab

Während der Oberkreide lebten noch einige erfolgreiche pflanzenfressende Saurier, zu denen einige gepanzerten und reichlich mit wehrhaften Dornen, Rückenplatten u.a. ausgestatteten Stego- und Ankylosaurier, die zweibeinigen Entenschnabeldinosaurier (Fam. Hadrosauridae) und die Horndinosaurier (Unterord. Ceratopsida) gehören. Die Horndinosaurier trugen mächtige Hornkrägen und Hörner. Ein prominenter Vertreter dieser Gruppe ist der Triceratops.

Auch die Flugsaurier beherrschen nach wie vor die Lüfte. Riesenformen wie der Pteranodon ingens mit 8m oder der Quetzalcoatlus, mit ca. 12m Spannweite sind die größten fliegenden Tiere aller Zeiten.

Quetzalcoatlus, Senckenberg Museum Frankfurt

Quetzalcoatlus, Senckenberg Museum Frankfurt (Bild: Wikimedia User Ghedoghedo CC BY-SA 3.0)

Riesenwuchs führt bei einigen Tiergruppen zu montrösen Gestalten. Der Tyrannosaurus rex mit einer Länge von 15m ist das größte Raubtier aller Zeiten.

Er lebt während der Kreide in Nordamerika und Asien. Der Apatosaurus, einer der größten Pflanzenfresser unter den Sauropoden mit einer Länge von 23m und 12m Höhe starb allerdings schon im Oberjura aus. Bis zum Ende der Kreide ist der allergrößte Teil aller Dinosaurier ausgestorben. Das große Sterben fand allerdings nicht so schlagartig am Ende der Kreide statt, wie dies oft wiedergegeben wird. Der Niedergang der Giganten begann bereits während des Unterjura mit den Coelurosauriern (z.B. Velociraptor) und fand in einem Zeitraum von insgesamt 150 Millionen Jahren statt. Auch die meisten fleischfressenden Carnosaurier (z. B. Tyrannosaurus, Allosaurus) überlebten bereits den Oberjura nicht, darunter der am besten erforschte Allosaurus, der weltweit verbreitet war. Auch einige Familien der vierbeinigen Sauropoden (wie Apatosaurus und seine Verwandten) und die Vogelbeckensaurier verschwanden bereits noch im Jura, die meisten der Stegosaurier mit ihren gepanzerten Körpern in der unteren Kreide.

Stegosaurus stenops

Stegosaurus stenops, Naturmuseum Senckenberg in Frankfurt am Main (Bild: Wikimedia User EvaK CC BY-SA 2.5)

Obwohl eine Naturkatastrophe im Zusammenhang mit dem Aussterben der Dinosaurier scheinbar fast unerheblich erscheint, so scheinen dennoch relativ plötzlich auftretende Umweltveränderungen am Ende der Kreide vor 66 Millionen Jahren für ein ausgedehntes Artensterben verantwortlich zu sein, von denen sehr viele Tierarten betroffen sind. Für die Ursachen werden verschiedene Theorien diskutiert. Das Spektrum der Erklärungsmöglichkeiten reicht von Selbstzerfleischung bis zu Hormonstörungen aufgrund angeblicher genetischer Degeneration, die auch zum Riesenwuchs geführt haben soll. Dadurch sollen die Schalen der Eier dünnschalig und brüchig geworden sein, worauf einige Eierfunde hindeuten. Die wohl populärsten Theorien gehen von starkem Vulkanismus, von dem Niedergang eines Riesenmeteoriten oder von einer Supernova, der Explosion einer Sonne aus.

Zur Zeit der Katastrophe des mittlerweile nahezu unumstrittenen Meteoriten-Impakts, die zum letztendlichen Aussterben der Saurier am Ende der Kreidezeit geführt hat, waren im Verhältnis zu dem Formenreichtum während der Obertrias und des Jura ohnehin nur noch wenige Saurier übrig. Die Katastrophe hat zwar mit größter Wahrscheinlichkeit zum Verschwinden fast aller noch verbliebenen Dinosaurier geführt und so zu deren Aussterben beigetragen, jedoch lebten auch bis zu 10 Millionen Jahre nach der Katastrophe noch 12m lange vegetarische Hypselosaurier in Südfrankreich und Ostspanien. Ursächlich hat also eine Katastrophe am Ende der Kreide mit dem Aussterben der allermeisten Saurier scheinbar nicht wirklich etwas zu tun, da die Geschichte ihres Untergangs im wesentlichen, wie erwähnt bereits schon früher stattfand.


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