Jurameer

Der Name
Der Name Jura leitet sich aus dem Keltischen ab und bedeutet so viel wie Waldgebirge. Alexander von Humboldt gebrauchte 1795 den Begriff erstmals für die Kalkablagerungen des Schweizer Juragebietes. Später wurde der Begriff von dem französischen Geologen Alexandre Brongniart erweitert. Der Begriff umfaßt die Ablagerungen des Jura-Meeres während der Zeit von vor 210 Millionen Jahren bis vor 140 Millionen Jahren.
Entstehung und Umfang des Jura-Meeres
Im Rhät (Trias) vor ca. 210 Millionen Jahren drang die heutige Nordsee von Norden her über die Mitteldeutsche Straße nach Süden bis zu den Haßbergen (nordöstlich von Schweinfurt) vor. Über die Hessische Straße und vom südwesttlichen Rhone-Becken her drangen Meere im unteren Jura bis in den fränkischen Raum vor. Bereits im unteren Jura also bestand also ein zusammenhängendes fränkisch-schwäbisches Meeresbecken, das Jura-Meer. Dieses Flachmeer bestand während des ganzen JurA-Zeitalters bis vor 195 Millionen Jahren. Im Mitteljura, vor ca. 170 Millionen Jahren überflutete das Jura-Meer die sich absenkende Vindelizische Schwelle und verband sich mit der Tethys, dem damaligen zentralen Mittelmeer, das sich zwischen den Urkontinenten Gondwania und Laurasia in äquatorialer Richtung hinzog und dessen Überreste das heutige Mittelmeer, das Schwarze und das Kaspische Meer darstellen.


Geographie
Der heutige Begriff Jura beschreibt eine zusammenhängenden Mittelgebirgszug, der sich in nordöstlicher Richtung beginnend mit dem französischen Jura über den Schweizer Jura hin zum schwäbischen Juragebiet (Schwäbische Alb), weiter über das Altmühltal zieht und mit dem fränkischen Jura (Fränkische Alb) endet.
Er beschreibt in etwa die Linie:
Lyon – Basel – Ulm – Nördlingen – Nürnberg – Bamberg
Geologie
Die Ablagerungen des Jura werden heute in drei wesentliche Abschnitte aufgeteilt:
1. Malm, weißer Jura, oder Oberjura: 160 – 140 Mill. Jahre. Im wesentlichen carbonatische Ablagerungen wie Kalkstein (CaCO3=Kalk=Calciumcarbonat) und Dolomit (CaMg(CO3)2=Magnesium-Calciumcarbonat) als oberste Schicht des Jura. Der Malm ist sehr fossilreich.
2. Dogger , brauner Jura, oder Mitteljura: 184–160 Mill.Jahre. In Europa im wesentlichen tonig-sandig-kalkige Sedimente sowie Kalksandstein, die tonig-kalkigen Mergel und Sandstein (hauptsächlich SiO2=Siliziumdioxid). Doggergesteine, vor allem Sandsteine, sind weniger stark fossilführend.
3. Lias, schwarzer Jura, oder Unterjura: 210 – 189 Mill.Jahre In Europa vorwiegend durch tonige Sedimente vertreten. Ton besteht aus winzigen Silikatblättchen (SiO2) mit eingelagerten Atomen von Kalium, Natrium, Calcium, Magnesium, Aluminum, Eisen, Mangan u.a Elementen. Liastone sind oft sehr fossilreich.
Die wichtigsten LeitFossilien des Jura sind Ammoniten, Brachiopoden (Armkiemer oder Armfüßer); Ostracoden (Muschelkrebse) und Foraminiferen (Kammerlinge). LeitFossilien sind Fossilien, die zur Abgrenzung geologischer Zeiträume dienen.

Solnhofer Plattenkalk
Seit zwei Jahrhunderten werden im Altmühltal und in der Fränkischen Alb , besonders in der Gegend um Solnhofen die besonders gleichmäßig, horizontal abgelagerten Plattenkalke abgebaut. Sie werden zu Bauzwecken verwendet und zu polierten Platten und Fliesen verarbeitet. Die besonders feine kristalline Struktur der Plattenkalke ermöglicht die Verwendung als Druckstein für Lithographie im 19. Jahrhundert und eine extrem gute Erhaltung von Fossilien. Durch den ersten Fund des Urvogels Archäopterix gelangten die Solnhofer Plattenkalke zu Weltruhm. Sie gehören zur obersten Schicht des Jura, dem Malm oder Weißen Jura.


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